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NRW-Einzelhandel: Tarifeinigung bringt Beschäftigten mehr Geld
Der Tarifkonflikt im NRW-Einzelhandel ist beendet: In der fünften Verhandlungsrunde haben sich Arbeitgeber und Verdi auf Lohnerhöhungen für tarifgebundene Beschäftigte geeinigt. Der Abschluss könnte auch eine bundesweite Signalwirkung haben.
Die Beschäftigten im NRW-Einzelhandel, die in tarifgebundenen Unternehmen arbeiten, bekommen schon ab diesem Monat ein Plus von drei Prozent. Ab Mai 2027 wird das Gehalt dann um weitere zwei Prozent aufgestockt. Das gilt zum Beispiel für Verkäuferinnen und Kassiererinnen. Für die unteren Entgeltgruppen soll laut Verdi ein Mindestlohn von 14,20 Euro ab August 2026 und von 14,90 Euro ab Mai 2027 gelten.
Außerdem sollen die Ausbildungsvergütungen deutlich aufgestockt werden. Insgesamt soll der Tarifvertrag 25 Monate laufen, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.
Noch am Dienstag hatte es so ausgesehen, als ob die Verhandlungen scheitern, nachdem die Gespräche in Hessen abgebrochen wurden. Verdi hatte Warnstreiks angedroht. Seit Beginn der bundesweiten Verhandlungen im Frühjahr ist es der erste Abschluss in einem Tarifgebiet. Der Handelsverband Deutschland und Verdi selbst erwarten, dass der Durchbruch Signalwirkung haben wird.
Christopher Ranft, Verhandlungsführer der Arbeitgeber
Insgesamt arbeiten in NRW nach Angaben von Verdi 700.000 Menschen im Einzelhandel. Bundesweit sind es etwa 3,4 Millionen Menschen. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering. 2024 waren nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 23 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber beschäftigt. In der Gesamtwirtschaft waren es 49 Prozent.