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Fehlkonfiguration bei IServ-Schwester ermöglichte Zugriff auf Cloud-Dienste
Eine Fehlkonfiguration bei IServ-Schwester Virality ermöglichte unautorisierten Zugriff auf Cloud-Dienste. Laut IServ gibt es keine Hinweise auf Datenabfluss.
Bei der Virality GmbH, einem Schwesterunternehmen und Auftragsverarbeiter des Schulplattform-Anbieters IServ, hatte eine Fehlkonfiguration eines Authentifizierungsdienstes unautorisierten Zugriff auf Serverdienste ermöglicht. Nach Angaben von IServ ergab die inzwischen abgeschlossene interne Untersuchung keine Hinweise auf einen unberechtigten Zugriff auf oder einen Abfluss von Benutzerdaten. Die Angreifer könnten die Systeme nach Einschätzung des Unternehmens zur unerlaubten Nutzung von Rechenressourcen missbraucht haben, wie sie etwa beim heimlichen Schürfen von Kryptowährungen vorkommt.
Betroffen waren mehrere auf gemeinsamer Cloud-Infrastruktur betriebene IServ-Module, darunter Abwesenheiten, Ganztag, Klassenbuch, Listen, Pinnwände, Stundenplanung sowie Stunden- und Vertretungsplan. Individuelle IServ-Instanzen der Schulen, Kundensysteme und Server der IServ GmbH selbst seien nicht betroffen gewesen, teilten die Unternehmen mit. IServ machte gegenüber heise online auf Anfrage detaillierte Angaben zum Ablauf des Vorfalls und dem weiteren Vorgehen.
Nach aktuellem Stand erfolgte ein erster unautorisierter Zugriff am 3. August 2026. Virality zufolge bestand weitreichender Zugriff auf das Hostsystem der betroffenen Anwendungen; theoretisch sei damit auch ein Zugriff auf deren Anwendungsdatenbanken möglich gewesen.
Die Angreifer sollen die Fehlkonfiguration automatisiert ausgenutzt haben. Laut IServ sah sich eine Person für weniger als eine Minute manuell auf einem System um und rief dabei unter anderem aktive technische Benutzersitzungen ab. Anzeichen für eine weitergehende Erkundung des Systems hätten sich nicht ergeben. Anschließend sei ein Programm ausgeführt worden, das erhebliche Rechenressourcen beansprucht habe, aber nicht mit erweiterten Rechten lief.
Die Unternehmen stützen ihre Einschätzung auf Protokoll- und Monitoringdaten. Darin hätten sich keine Hinweise auf einen Zugriff auf Kundendaten oder auf einen entsprechenden Datenabfluss gefunden. Auch das festgestellte Netzwerkverkehrsvolumen sei nicht mit einem Abzug der Anwendungsdatenbank vereinbar gewesen. Weil technische Protokolle nie vollständig seien, bleibe ein Datenabfluss dennoch eine theoretische Möglichkeit.
IServ wurde am 10. August 2026 über den Vorfall informiert. Die betroffene Infrastruktur sei noch am selben Tag abgeschaltet und anschließend aus sicheren Quellen neu installiert worden. In der Nacht zum 11. August 2026 standen die Dienste laut IServ wieder zur Verfügung. Zunächst hatte IServ die Kunden über den Ausfall informiert; nach der Wiederherstellung folgte eine ausführlichere Information über den Sicherheitsvorfall. Auch die zuständigen Schulträger wurden informiert. IServ und Virality erklären, sie hätten keine Anzeichen für Manipulationen an Kundendaten oder eine tiefergehende Einnistung der Angreifer in die Systeme gefunden.
Virality kündigt zudem weitere Sicherheitsmaßnahmen an, darunter zusätzliche automatisierte Tests, einen Ausbau der Anomalie-Erkennung und ein weiteres Sicherheitsaudit. Daneben sollen zusätzliche Firewall-Regeln, eine verbesserte zentrale Auswertung von Logdaten, dateibasierte Backups und schnellere Wiederherstellungsprozesse eingeführt oder ausgebaut werden. Der Vorfall war nach Unternehmensangaben meldepflichtig. IServ prüft zudem, ob es den Meldeprozess für seine Kunden künftig als Auftragsverarbeiter stärker übernehmen kann. Nach Angaben der Unternehmen besteht für die Kunden derzeit kein weiterer technischer Handlungsbedarf.
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