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GTA 6 war mir lange ziemlich egal, doch diese 27 Minuten haben das geändert
Ausführliche Gameplay-Szenen zeigen erstmals ausführlich, wie sich GTA 6 spielt – und warum mich ausgerechnet die kleinen Details überzeugt haben.
Der Hypetrain ist bisher ziemlich erfolgreich an mir vorbeigefahren. Ich muss auch sagen, dass bei mir schon mit GTA 4 ein bisschen die Luft raus war. Und bei GTA 5 fand ich am Ende fast alles spannender als die eigentliche Kampagne: Taxi fahren, jagen, Rennen fahren, Golf spielen, Fallschirmspringen, Atommüll einsammeln und dieser ganze wunderbar bekloppte Nebenbeschäftigungszirkus.
Die Storymissionen selbst haben mich dagegen nur mäßig interessiert. Erst eine gefühlte Ewigkeit von A nach B fahren, dann elfundneunzig Leute über den Haufen ballern, ins nächste Fahrzeug steigen und zum nächsten Missionsmarker gurken. Deshalb war mir der ganze Wirbel um die Fortsetzung lange ziemlich egal. Irgendwann hat es mich sogar genervt, dass auch wir bei Eurogamer über jeden Furz berichtet haben, solange er nur irgendwie nach GTA 6 roch.
Doch was ich heute im knapp 27-minütigen Netflix-Special zu GTA 6 gesehen habe, hat mich wirklich beeindruckt. Schon die erste Szene, in der Jason und Lucia ein ziemlich heruntergekommenes Wohnhaus betreten und in einem Drogenlabor etwas abholen wollen, sieht schlicht irre aus. Der Detailgrad ist stellenweise so hoch, dass ich kaum glauben kann, dass das tatsächlich die PS5-Version sein soll.
Okay, von 60 fps schien das Gezeigte ziemlich weit entfernt. Aber ganz ehrlich: Bei dieser Grafik kann ich damit erst einmal leben. Was Rockstar da an Details, Beleuchtung und Animationen auffährt, sieht atemberaubend aus.
Eine Sache lässt mich allerdings nicht los. Netflix weist ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche Szenen auf einer PlayStation 5 aufgenommen wurden. Und allem Anschein nach ist damit tatsächlich die normale PS5 gemeint und nicht die PS5 Pro. Falls das stimmt, bin ich ehrlich gesagt baff. Dann reizt Rockstar die Hardware offenbar weit stärker aus, als ich es dieser Konsole noch zugetraut hätte. Umso gespannter bin ich darauf, was auf der PS5 Pro bei Optik und Framerate noch drin ist.
Andererseits sollte man sich von so einer Präsentation nicht komplett einlullen lassen. Bei einem perfekt durchinszenierten Gameplay-Showcase sitzt natürlich jeder Schritt, jeder Blick und jede Reaktion. Im fertigen Spiel muss sich erst noch zeigen, wie viel davon übrig bleibt, wenn nicht Rockstar selbst Regie führt, sondern der ganze NPC-Zirkus frei drehen darf. Denn GTA 6 kann im Trailer noch so lebensecht aussehen. Wenn der erste Passant wieder fünf Sekunden lang an einer offenen Tür scheitert oder mitten in einer Schießerei seelenruhig am Handy hängt, ist die schöne Immersion schneller dahin, als man „Open World“ sagen kann.
Aber zurück zum Gameplay, denn natürlich dauert es nicht lange, bis alles eskaliert. Schüsse fallen, im Drogenlabor bricht Panik aus und Jason greift zur Schrotflinte. Damit bekommen wir erstmals einen längeren Blick auf die Kämpfe.
Das Grundprinzip wirkt zunächst ziemlich klassisch: Jason geht in Deckung, arbeitet sich durch enge Korridore und hält Lucia den Rücken frei. Auffällig ist allerdings eine Zeitlupenfunktion, die später noch einmal auftaucht und unweigerlich an Max Payne erinnert. Wie sie ausgelöst wird und ob dahinter eine besondere Fähigkeit steckt, lässt Rockstar offen.
Spannender finde ich ohnehin den Wechsel zwischen Jason und Lucia. Mehrfach springt das Spiel direkt von einer Figur zur anderen, ohne dass der Ablauf ins Stocken gerät. In einer Szene sorgt Jason für Ablenkung, damit Lucia entkommen kann, kurz darauf übernehmen wir direkt ihre Rolle.