// EUROGAMER.DE — GAMING
GTA 6 ändert das Fahndungssystem radikal und führt ein kriminelles Profil ein
Rockstar Games macht die Cops deutlich cleverer. Zeugen, Beweise und euer allgemeines Verhalten bestimmen künftig, wie die Open World auf euch reagiert.
Wohl kein anderes Gameplay-Feature steht so sehr für Grand Theft Auto wie das Wanted-System. Aber wie so viele grundlegende Mechaniken der Serie hat sich offensichtlich auch das Wanted-System in GTA 6 massiv weiterentwickelt.
Wir haben aus der IGN-Preview und dem ausführlichen Netflix-Preview ein paar wichtige Details mitgenommen. Zunächst einmal kehrt das Wanted-System zu den klassischen sechs Sternen zurück – genau wie einige Leaks bereits zeigten. Allerdings reagiert die Polizei nun deutlich aufmerksamer auf euren Charakter. Die Täterbeschreibung umfasst jetzt eure Kleidung, euer Auto und ob ihr mit einem anderen Charakter zusammen gesehen wurdet.
Rob Nelson ist Co-Studio Head bei Rockstar North. Das schottische Entwicklerstudio ist federführend für die "Grand Theft Auto"-Reihe verantwortlich und prägt seit Jahrzehnten maßgeblich das Open-World-Genre. Nelson war bereits in leitender Funktion an RDR2 und GTA 5 beteiligt.
Das bedeutet auch: Jemand muss das Verbrechen beobachten, damit die Cops überhaupt davon Wind bekommen. Alternativ muss die Tat gemeldet werden, zum Beispiel durch einen ausgelösten Alarm. Wollt ihr euren Häschern entkommen, solltet ihr am besten dafür sorgen, dass ihr nicht mehr auf die Täterbeschreibung der Polizei passt. Wechselt einfach euer Fahrzeug. Taucht zu Fuß in einer belebten Gegend unter, zieht euch um oder trennt euch von eurem Partner, falls die Polizei explizit nach einem Duo sucht.
Euer "Criminal Profile" ist die andere große Neuerung im Verbrechenssystem von GTA 6. Es existiert direkt neben dem klassischen Wanted-System. Offenbar funktioniert dieses Profil wie eine komplexere Version des Ehre-Systems aus Red Dead Redemption 2 und spiegelt euer allgemeines Verhalten im Spiel wider.
"Wenn ihr Fahrerflucht begeht, ein Verbrechen verübt und abhaut, Ärger macht und verschwindet, bevor die Cops da sind, und ihr nicht anfangt, auf Leute zu schießen oder die Situation eskalieren zu lassen – was ihr natürlich jederzeit tun könnt, wenn ihr wollt –, dann passiert euch im Grunde nichts", erklärte Rob Nelson, Co-Studio Head von Rockstar North, gegenüber IGN.
"Erst wenn ihr ständig über das Nötigste hinausgeht oder dauerhaft völlig unnötige Dinge tut, lenkt ihr euer kriminelles Profil in eine bestimmte Richtung", fügte er hinzu.
Der größte Pluspunkt des Criminal Profiles: Es berücksichtigt den Kontext. In Red Dead Redemption 2 konntet ihr euren Ruf noch recht simpel aufpolieren, indem ihr einfach wiederholt gute Taten vollbrachtet. Etwa, indem ihr Tiere gestreichelt und Leute gegrüßt habt, nachdem ihr eine Stunde zuvor eine ganze Familie ausgelöscht und all ihren Besitz gestohlen hattet.
GTA 6 geht hier deutlich cleverer vor. So bestraft euch das Spiel nicht, wenn ihr euch in einem Streit verteidigt oder auf Verfolger zurückschießt. Lasst ihr Situationen jedoch unnötig eskalieren, spürt ihr die Konsequenzen. Wie in RDR2 fließen aber auch gute Taten in euer Profil ein – etwa wenn ihr streunende Tiere füttert.