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Erste Krankenkasse bringt Arzttermine in ihre Service-App
Die SBK Krankenkasse integriert die 116117-Terminvermittlung in ihre App. Damit ist sie nach eigenen Angaben Vorreiterin unter den gesetzlichen Kassen.
Die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) hat den Terminservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in ihre App „Meine SBK“ eingebunden. Nach Angaben der Krankenkasse ist sie damit die erste gesetzliche Krankenkasse in Deutschland, die ihren Versicherten die Terminbuchung über die Infrastruktur der 116117 direkt in der eigenen Anwendung anbietet.
Versicherte können Arzt- und Psychotherapeutentermine suchen, buchen und verwalten, ohne die App verlassen zu müssen. Die Nutzung soll sowohl mit als auch ohne Vermittlungscode möglich sein. Auch Termine für Kinder unter 15 Jahren lassen sich laut SBK über die Anwendung buchen.
Wie Gertrud Demmler, Vorständin der SBK auf Anfrage von heise online mitteilte, handelt es sich um eine vollständig native Integration. „Meine SBK bettet keine externen Webinhalte oder fertige Anwendungsteile der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ein“, erklärt Demmler. Stattdessen habe die Krankenkasse das gesamte Frontend selbst entwickelt und die Terminvermittlung über eine technische API-Schnittstelle angebunden.
Die Terminvermittlung bleibe technisch bei den Kassenärztlichen Vereinigungen verankert, die Nutzeroberfläche stamme jedoch von der Krankenkasse. Damit setzt die SBK erstmals ein eigenes Frontend auf Basis der 116117-Infrastruktur um. Der Datenaustausch beschränke sich auf die für Suche und Buchung erforderlichen Stammdaten. „Der Datenaustausch zwischen der SBK und dem System der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beziehungsweise deren IT-Dienstleister kv.digital GmbH beschränkt sich rein auf die für den Such- und Buchungsprozess technisch erforderlichen Stammdaten, also z.B. Name, Kontaktdaten“, teilte die Krankenkasse mit.
Die eigentlichen Buchungsdaten würden im System der Terminservicestellen sowie bei den jeweiligen Arztpraxen gespeichert. Die SBK selbst hinterlege lediglich den Vermittlungscode und das Datum des vermittelten Arzttermins. Die Entwicklung der Integration dauerte nach Angaben von Demmler rund zehn Monate. Sie bezeichnet das Projekt als „technische und regulatorische Blaupause für andere Kassen und die Weiterentwicklung der zentralen Terminbuchung“. Ziel sei es, praktische Erfahrungen mit digitalen Terminprozessen zu sammeln. „Wenn die Terminbuchung perspektivisch in der ePA möglich sein soll, wollen wir längst wissen, was für Versicherte wirklich funktioniert“, sagte Demmler.
Derzeit arbeitet das Bundesgesundheitsministerium an einem Primärversorgungssystem. Gesundheitsministerin Nina Warken hatte zuletzt angekündigt, digitale Ersteinschätzung, elektronische Überweisung und Terminvermittlung stärker miteinander zu verknüpfen. Perspektivisch sollen solche Funktionen auch an die elektronische Patientenakte (ePA) angebunden werden. Auch der GKV-Spitzenverband sieht in seinen Konzepten für die Versorgungssteuerung eine zentrale digitale Terminvermittlung vor.
Die SBK verfolgt diese Entwicklungen nach eigenen Angaben „sehr aufmerksam“. Grundsätzlich befürworte die Krankenkasse standardisierte Verfahren zur digitalen Ersteinschätzung. „Wichtig ist uns, dass Patientinnen und Patienten selbst entscheiden können, auf welchem Weg sie eine medizinische Ersteinschätzung erhalten – direkt in einer Arztpraxis oder über digitale Angebote, etwa über die Kassen-App, die ePA oder telemedizinische Dienste“, teilte Demmler mit. Für ein funktionierendes Primärversorgungssystem müssten Ersteinschätzung und Terminvermittlung nahtlos zusammenarbeiten.
Die zentrale Frage rund um das Primärversorgungssystem ist, wer künftig die digitale Steuerung der Patienten übernehmen soll. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung setzt dabei auf einen Ausbau der bestehenden 116117-Strukturen, Hausarztverbände hingegen auf die hausarztzentrierte Steuerung. Krankenkassen und Digitalverbände werben dagegen für offene Plattformen und eine stärkere R