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Präsidentschaftskandidaten in Frankreich zum Wahlkampfauftakt bei MEDEF
Acht Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben sich sieben Kandidaten vor Wirtschaftsvertretern präsentiert. Der Ort: das Pariser Tennisstadion Roland Garros. Im Fokus: die Verschuldung Frankreichs.
Riesenstimmung beim französischen Arbeitgeberverband MEDEF, der die sieben aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten dorthin eingeladen hatte, wo sonst die Sandplatzspezialisten der Tenniswelt die French Open unter sich ausmachen: auf dem abgedeckten Court Philippe Chatrier. An der Tribüne prangt auf Englisch der sportliche Leitspruch: "Der Sieg gehört den Beharrlichsten."
Ein Spruch, den sich Marine Le Pen vermutlich gerne zu eigen machen würde. Sie tritt zum vierten Mal bei einer Präsidentschaftswahl in Frankreich an und liegt in den aktuellen Umfragen weit vorn. "Ich bin sehr besorgt wegen unserer Staatsschuld", sagt sie vor Hunderten Wirtschaftsvertretern auf der Tribüne: "Ja, wir werden sie zurückzahlen. Und wir sind für eine Schuldenbremse."
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Mit einer in der Verfassung verankerten Schuldenbremse überraschte Le Pen gleich zu Beginn der Diskussion vor den Unternehmensvertretern. Die wegen Veruntreuung von europäischen Steuergeldern verurteilte Spitzenkandidatin der Rechtsnationalen stellte einen Sparplan in Höhe von 125 Milliarden Euro in Aussicht.
Teil des Plans ist eine deutliche Senkung des französischen Nettobeitrags an die Europäische Union. "Unser Beitrag ist sehr stark gestiegen in den vergangenen Jahren", sagte Le Pen, "ohne dass die EU unser Wirtschaft viel gebracht hat, außer eine Masse von Normen, Zwängen, Hindernissen und vielfältigen Regeln".
Weltspiegel
12.07.2026
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Auch aus dem komplett gegenüberliegenden politischen Lager kamen europakritische Töne. Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon, der nach aktuellen Umfragen in die Stichwahl gegen die führende Le Pen einziehen könnte, hatte vor Kurzem vorgeschlagen, einen Teil der französischen Staatsschulden nicht zurückzuzahlen. Die Rede sei von den französischen Schulden bei der Europäischen Zentralbank, sagte Mélenchon. "Das sind doch Schulden bei uns selbst. Wir sind doch Teil des Euro". Der Vorschlag liege auf dem Tisch.
Die Schulden einfach streichen. Dafür erntete Linksaußen Mélenchon vor allem Kopfschütteln bei den französischen Unternehmern. Auf deren Kurs bewegten sich vor allem die Kandidaten des gemäßigten Mitte-Rechts-Lagers. Führender Kopf in den Umfragen ist dort aktuell Édouard Philippe, erster Premierminister von Präsident Emmanuel Macron, der selbst nicht wieder antreten kann.