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Nach Sturzflut in Nepal: Die lange Suche nach Gewissheit
Noch immer werden Hunderte in Nepal und China vermisst. Sie könnten kilometerweit ins Tal gerissen worden sein, die Identifikation der Toten ist daher schwierig. Für die Angehörigen ist die Ungewissheit eine Qual.
Die steilen Hänge und zerklüfteten Täler der Himalaya-Region im Grenzgebiet von Nepal und Tibet - sie waren die Geschäftsgrundlage von Tour-Unternehmer Sagar Pandey. Pilger, Bergwanderer, Touristen aus aller Welt kamen. Die atemberaubende Kulisse hat sie angezogen.
Jetzt sucht er nach ihnen: "Ich bin also mit dem Hubschrauber hoch. Ich hatte mir vorgestellt, dass sich Leute am Hang, am Berg oder auf den Felsen festhalten konnten, auf Bäume geklettert sind, sich irgendwie gerettet hatten. Aber als ich dort ankam, wurde mir klar: Ich hatte mich getäuscht."
Nepals Katastrophenschutz mahnt zur Vorsicht: Gefährlich könnte der Fluss Bhotekoshi werden.
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Alles wurde dem Erdboden gleichgemacht. Das Hotel, in dem die Tour-Gruppe untergebracht war, ist verschwunden. Seit 30 Jahren organisiert Pandey Wandertouren. 38 seiner Kunden waren am Unglückstag unterwegs, mit sieben seiner Mitarbeiter und zwei seiner Verwandten. Bis jetzt hat er kein Lebenszeichen von ihnen bekommen.
Endlich Gewissheit zu haben, sagt er, wäre wichtig. Aber die Leichen nach dieser Sturzwelle zweifelsfrei zu identifizieren, ist eine große Herausforderung.
Denn die Leichen könnten bis hinunter ins Tal gespült worden sein werden, sagt Pandey. Das wären über 50 Kilometer, bei etwa 1200 Höhenmetern. "Der Körper wurde also ständig mit Felsen, Geröll und Baumstämmen mitgerissen und ist dabei immer wieder umhergerollt. Dazu kommt anderes Material, das der Fluss mit sich führte. Selbst wenn ein Körper noch als Ganzes erhalten ist, ist es schwierig, ihn zu identifizieren."
Nach der Sturzflut in Nepal und Tibet suchen Rettungskräfte noch immer nach 2.500 Vermissten.
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Die Rettungs- und Bergungsarbeiten werden immer wieder unterbrochen, da weitere Überschwemmungen drohen. Vor den Krankenhäusern in Nepals Hauptstadt Kathmandu hoffen sie auf Nachrichten von ihren Angehörigen. "Wir bitten nun überall um Hilfe, um meine Familie ausfindig zu machen. Mein Bruder ist 25 Jahre alt und hat ein kleines Kind", sagt etwa Ramita Basnit Baniya, eine Angehörige.
Mehr als 900 Menschen, die in den elf zerstörten Wasserkraftwerken arbeiteten, werden weiterhin vermisst. Viele waren mit Tunnelbauarbeiten beschäftigt, als die Flut kam.