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Portierungsprobleme: GrapheneOS rät vom Kauf des Pixel 11 ab
Das GrapheneOS-Team rät vom Kauf des Pixel 11 ab, wenn Nutzer sich das Custom-ROM auf das Gerät flashen wollen. Es fehle eine wichtige Sicherheitskomponente.
GrapheneOS gilt als eines der sichersten Custom-ROMs, das es bislang nur für Pixel-Geräte gab. Das Team liefert das OS seit Jahren ausschließlich für Googles Smartphones aus, da nur diese den hohen Sicherheitsanforderungen gerecht werden. Laut den Machern sei dies bei der Pixel-11-Serie nicht mehr der Fall, weshalb sie vom Kauf der neuen Gerätegeneration abraten. Zumindest, wenn man GrapheneOS darauf installieren möchte.
Das schreibt das GrapheneOS-Team auf Mastodon: Die Entwickler hätten damit begonnen, GrapheneOS auf Basis von Android 17 für die Pixel-11-Serie anzupassen, jedoch stellten sie nach etwa einer Woche fest, dass die neue Pixel-Generation aufgrund einer fehlenden Sicherheitsfunktion womöglich kein GrapheneOS erhalten wird.
Sie schreiben: „Nach einer Woche Arbeit liegt nun eine teilweise Portierung von GrapheneOS auf die Pixel-11-Serie vor. Wir können die Portierung jedoch nicht abschließen, da die Unterstützung für ARM-Hardware-Memory-Tagging in Software, Firmware und – mit ziemlicher Sicherheit – auch in der Hardware fehlt. Es scheint, als hätte Google eine wichtige Sicherheitsfunktion gestrichen, um Kosten zu sparen.“
Wie sie weiter ausführen, wird die ARM-Hardware-Speicherkennzeichnung (MTE), die Google mit dem Pixel 8 einführte, von GrapheneOS im gesamten Basisbetriebssystem einschließlich des Kernels und aller Standardprozesse des Basisbetriebssystems verwendet. Sie werde lediglich für einige gerätespezifische Prozesse vorübergehend deaktiviert. MTE verbessere etwa den Schutz vor nahezu allen Remote-Exploits und biete eine deutlich bessere Schutzebene bei lokalen Exploits.
Laut GrapheneOS hat Google MTE in Android auf Pixel-Geräten jedoch nie standardmäßig verwendet. Lediglich der Android Advanced Protection Mode („Erweitertes Sicherheitsprogramm“), den Google mit Android 16 eingeführt hat, aktiviert sie für einige wenige Prozesse. Seitens Google war MTE also noch nie ein fester, standardmäßig aktivierter Bestandteil von Android.
Dass Google MTE nicht standardmäßig aktiviert hat, dürfte unter anderem mit dem Nachteil zusammenhängen, dass die Geräteleistung dadurch beeinträchtigt wird. Zudem unterstützen einige Apps diese Funktion nicht.
Sie führen weiter aus, dass das Pixel 11 zwar über Sicherheitsverbesserungen verfüge, darunter etwa die Umstellung auf einen postquanten-sicheren verifizierten Startvorgang (ML-DSA) und den Ersatz von Samsung Shannon IMS durch AOSP IMS. Zudem soll der verbaute Titan-M3-Sicherheitschip den Schutz vor Datenextraktion im Zustand „Before First Unlock“ deutlich verbessern. Sie bedauern jedoch, dass sie eine erhöhte Sicherheit „durch den Verzicht auf MTE zunichte gemacht haben“.
GrapheneOS habe sich noch nicht endgültig entschieden, wie sie mit der Situation umgehen sollen. „Vielleicht ist es für uns am besten, die Geräte der Pixel-11-Serie auszulassen. Stattdessen können wir unseren Fokus ganz auf die kommenden Motorola-Geräte richten“, schreiben sie weiter.
„Wir raten dringend vom Kauf von Pixel-11-Geräten ab“, heißt es auf Mastodon. Sie raten eher zu den Pixel-8-, -9- und -10-Modellen, da sie unter GrapheneOS eine deutlich bessere Sicherheit bieten. Zudem sei das Pixel 10 günstiger und verfüge über ähnliche Hardware wie das Pixel 11 sowie MTE.