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Apfel-Produzenten unter Druck
Die Apfel-Ernte fällt wegen Frost und Hitze, aber auch aus natürlichen Gründen geringer aus. Obwohl die Preise steigen, haben Obstbauern wenig davon. Sie leiden unter hohen Kosten und scharfer Konkurrenz.
Äpfel, ob grün oder rot, sind das beliebteste Obst in Deutschland. Trotz des trockenen Sommers und größerer Ernteausfälle sind sie aktuell deutlich günstiger zu haben als in jüngster Zeit. Verbraucherinnen und Verbraucher hätten in der dritten August-Woche durchschnittlich 2,20 Euro je Kilogramm für Äpfel in den Supermärkten und Discountern ausgegeben, heißt es von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Damit habe der durchschnittliche Preis in Deutschland um zehn Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres gelegen.
Hintergrund sei, dass aktuell noch Äpfel aus der Ernte 2025 vermarktet würden und das Angebot vergleichsweise groß sei. Die Verbraucher profitierten von niedrigeren Preisen, für die Erzeuger sei die Situation dagegen eher schwierig, erklärte AMI-Bereichsleiter Michael Koch.
Nicklas Eckhoff macht das ärgerlich. Er wolle ja nicht jammern, sagte der junge Obstbauer aus Twielenfleth im Landkreis Stade - mitten im Herzen des Alten Landes - vor kurzem dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Aber was da im Moment auf dem Obstmarkt vor sich gehe, sei einfach nicht in Ordnung. Tatsächlich wird der Markt seit Monaten von Billig-Importen aus Europa und Übersee überschwemmt. Dabei sind die Lager aus heimischer Produktion randvoll. Das gilt für fast alle Früchte, aber vor allem für Äpfel.
Eckhoff verkauft deshalb einen Teil seiner Apfelernte aus dem vergangenen Rekordjahr jetzt zum absoluten Tiefstpreis. Verdienen kann er damit nichts. Aber der Landwirt will ein Zeichen setzen. Er macht sich wie die meisten der über 600 Obstbauern im Alten Land, dem größten deutschen Obstanbau-Gebiet in Deutschland, Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion.
Konkurrenzwaren aus der Türkei, Griechenland, ja selbst aus Neuseeland kosten manchmal nur die Hälfte. Vor allem die sehr hohen Energie- und Lohnkosten hierzulande schlagen zu Buche. "Wir sind gerne bereit, Mindestlöhne zu zahlen. Das machen wir auch und wir zahlen auch darüber hinaus", sagt Eckhoff gegenüber dem NDR. "Aber keiner spricht über Mindestpreise. Ist komisch, oder?"
Von den Niederlanden bis Bulgarien trocknen die Gewässer aus, Landwirte erwarten massive Ernterückgänge.
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Der scharfe Wettbewerb ist nur ein Teil des Problems, dem sich besonders viele junge Obstbauern ausgesetzt sehen. Wie überall ist auch hier der Generationen-Wechsel in vollem Gange. Genauso gravierend ist der Klimawandel und seine Folgen. Erst viel Frost, dann Trockenheit und Hitze - auch Äpfel, das wichtigste Obst im Alten Land mit rund 30 Millionen Apfelbäumen, mögen das nicht.
Zwar gelang es der Branche mit Wasser aus der Elbe zu kühlen und zu bewässern. Aber die Apfelernte wird auch bundesweit in diesem Jahr um rund 18 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr - so erste Schätzungen des Statistischen Bundesamtes. Das liegt auch daran, dass Apfelbäume nach einer Rekord-Ernte wie im Vorjahr im laufenden Jahr ganz natürlich weniger Früchte tragen. Biologen sprechen vom Phänomen der Alternanz.
Nicht nur Konkurrenz aus dem Ausland belastet den heimischen Apfelanbau: auch Hitze und ausbleibender Regen.
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