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Außenminister Wadephul in Nordafrika: Migration statt Wirtschaft
Wenige Wochen nach dem Massenansturm von Migranten auf Ceuta steht die Migration über die Mittelmeerroute weiter im Fokus. Ein Thema, um das Außenminister Wadephul bei seinem Besuch in Nordafrika nicht herumkommt.
"Wir müssen den Schleuserbanden das Handwerk legen", sagt Johann Wadephul. "Darum müssen wir uns gemeinsam kümmern" und schaut hinüber zu Amtskollege Nafti.
Wadephul steht an einem Pult im Außenministerium in Tunis. Neben ihm hat sein tunesischer Amtskollege Mohamed Ali Nafti gerade in blumigen Worten das aus seiner Sicht hervorragende Verhältnis beider Staaten beschrieben. Ein Mann mit Schnurrbart und Brille, der freudestrahlend die Hand auf die Brust legt, wenn Wadephul Tunesien lobt.
Jetzt aber nickt Nafti gequält, denn er weiß: Die Frage der Migration ist für die Europäer derzeit so entscheidend. Und das Thema ist nicht konfliktfrei.
Wadephul betont bei seiner Reise nach Tunesien und Algerien, wie entscheidend Wirtschaft für Migration ist.
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Seit Jahrzehnten ist das Problem sterbender Bootsflüchtlinge im Mittelmeer nicht gelöst. Wadephuls Sätze hätten auch vor zwanzig Jahren so gesagt werden können. Aber 2026 sind sie weiterhin aktuell.
Das Problem der irregulären Migration aus Nordafrika über die Mittelmeerroute ist in diesem Sommer wieder auf der Tagesordnung. Mehr als 72.000 Migranten überwanden von Marokko aus die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta - die Bilder gingen um die Welt.
Die Grenzschutzagentur Frontex hat im ersten Halbjahr 17 Prozent mehr Personen aufgegriffen, die auf der westlichen Mittelmeerroute Richtung Spanien unterwegs waren. Die EU reagiert besorgt.
Drei Wochen nach dem Massenandrang harren immer noch Hunderte Migranten am Strand in Ceuta aus.
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Im Interview mit dem ARD-Hauptstadtstudio stellt Wadephul gegenüber den nordafrikanischen Staaten Forderungen auf. "Ich erwarte, dass sie nicht einfach Menschen durchschleusen, wie das früher geschehen ist", sagt der Außenminister.