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Ubuntu 26.04.1: Warum viele Admins mit dem Upgrade noch warten sollten
Ubuntu 26.04.1 LTS bringt neue Installationsimages und Fixes. Das automatische Upgrade von 24.04 lässt jedoch noch auf sich warten.
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Canonical hat Ubuntu 26.04.1 LTS veröffentlicht. Das erste Point Release der im April erschienenen LTS-Version bündelt Sicherheitsupdates bis einschließlich 25. August sowie Bugfixes. Aktualisierte Installationsmedien sollen vor allem Neuinstallationen vereinfachen, weil sie weniger Updates unmittelbar nach dem Setup nachladen müssen.
Zu den behobenen Problemen gehören Fehler bei Installationen auf RISC-V-Systemen, beim Netboot und beim Distributions-Upgrade. Für bestehende Installationen bringt das Point Release keine neue Funktionsversion: Die Korrekturen und Sicherheitsupdates landen wie üblich über die Paketquellen auf bereits installierten Systemen. Alle Details listet Canonical im Changelog zu Ubuntu 26.04.1 auf.
Auf RISC-V-Desktops setzt Ubuntu mit den neuen Images statt eines HWE-Kernels wieder den generischen Kernel ein. HWE steht für Hardware Enablement und bringt in der Regel einen neueren Kernel-Stack auf ältere LTS-Versionen. Außerdem hat Canonical das Format von Passwortdaten für NoCloud korrigiert. NoCloud ist eine Datenquelle von Cloud-Init, die etwa automatisierte VM- und Server-Installationen mit Konfigurationsdaten versorgt.
Auch das Netboot-Tarball erhält eine Korrektur. livecd-rootfs installiert Kernel und Initrd im Verzeichnis casper nun mit Leserechten für alle Nutzer. Bislang konnte das Archiv einen Kernel enthalten, den nur Root lesen durfte. Das betrifft vor allem automatisierte Installationen über das Netzwerk.
Beim Upgrade-Werkzeug ubuntu-release-upgrader hat Canonical die Mirror-Liste aktualisiert und mehrere Sonderfälle behoben. Dazu zählen Systeme mit installiertem lintian sowie Raspberry-Pi-Installationen, auf denen der Upgrader nun piboot-try gegenüber flash-kernel bevorzugt. Die Fixes sollen Upgrade-Probleme vermeiden und kommen auch späteren Ubuntu-Versionen zugute.
Nutzer von Ubuntu 24.04 LTS erhalten das Upgrade-Angebot auf Ubuntu 26.04.1 LTS nicht sofort über den Update Manager. Canonical will es erst in einigen Wochen freischalten. Zuvor sollen geplante Backports Regressionen in einer aktuellen Version von rust-coreutils beheben. Das Projekt nennt keinen genaueren Termin.
rust-coreutils ist eine Rust-Implementierung zentraler Unix-Werkzeuge. Ubuntu 26.04 setzt sie bereits teilweise ein. Die besonders wichtigen Befehle cp, mv und rm stammen in der LTS-Version allerdings weiterhin aus den etablierten GNU Coreutils, weil bei ihren Rust-Pendants noch offene TOCTOU-Probleme bestanden. TOCTOU steht für Time of Check to Time of Use: Zwischen einer Prüfung und der eigentlichen Aktion kann sich ein Zustand ändern, etwa ein Dateipfad auf ein anderes Ziel zeigen.
Wer nicht auf das Upgrade-Angebot warten möchte, kann laut Canonical do-release-upgrade -d ausführen. Administratoren sollten diesen Weg vor einer breiten Einführung jedoch zunächst in einer Testumgebung prüfen. Canonical verweist selbst auf die noch ausstehenden Backports.