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E-Bike-Boom: Fast jeder Dritte in Deutschland besitzt ein Elektrorad
Laut einer E.ON-Umfrage besitzen 31,4 Prozent der Erwachsenen ein E-Bike. Seit 2020 hat sich der Anteil mehr als verdoppelt – besonders auf dem Land boomt es.
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Immer mehr Menschen in Deutschland besitzen ein E-Bike oder Pedelec. Eine aktuelle Umfrage des Energiekonzerns E.ON in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey beziffert die Besitzquote auf 31,4 Prozent der Erwachsenen. Damit hat sich der Anteil seit 2020 mehr als verdoppelt: Damals lag er bei 15,2 Prozent.
Die Entwicklung verlief in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach oben. 2024 besaß rund jeder Vierte ein Elektrorad (24,7 Prozent), 2025 waren es bereits etwa 28 Prozent. Der Zuwachs von 2025 auf 2026 beträgt laut der Pressemitteilung von E.ON rund 3,4 Prozentpunkte. Für die Erhebungen befragt Civey jährlich bis zu 30.000 Personen ab 18 Jahren in einem gewichteten Online-Panel, was die Ergebnisse für die erwachsene Bevölkerung Deutschlands vergleichsweise belastbar macht. Allerdings sind Minderjährige nicht erfasst, und eine reine Online-Erhebung kann weniger digital affine Bevölkerungsgruppen unterrepräsentieren.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Niedersachsen führt das Ranking mit 39,4 Prozent an, fast vier von zehn Erwachsenen besitzen dort ein E-Bike. Auf Landkreisebene sticht die Grafschaft Bentheim mit ebenfalls 39,4 Prozent hervor, gefolgt von den münsterländischen Kreisen Borken (36,6 Prozent), Coesfeld (36,2 Prozent) und Steinfurt (35,9 Prozent). Auch das Emsland, Vechta und Cloppenburg liegen über 34 Prozent. Auffällig: Mit Freyung-Grafenau (34,1 Prozent) schafft es auch ein bergiger Landkreis im Bayerischen Wald in die Top Ten, dort gleichen E-Bikes offenbar topografische Nachteile aus.
In ostdeutschen Flächenländern liegt die Quote dagegen tendenziell niedriger. Thüringen kam in früheren Auswertungen auf rund 21 Prozent. Strukturelle Faktoren spielen eine Rolle: Regionen mit ausgeprägter Fahrradtradition, gut ausgebauten Radwegen und mittleren Pendelstrecken verzeichnen besonders hohe E-Bike-Quoten. In ländlichen Gebieten mit begrenztem ÖPNV-Angebot fungieren E-Bikes zunehmend als Ergänzung oder teilweiser Ersatz des Autos für Strecken zwischen 5 und 20 Kilometern.
Besonders dynamisch entwickelt sich die E-Bike-Verbreitung bei jüngeren Erwachsenen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen stieg der Anteil von 9,8 Prozent (2021) über 13,8 Prozent (2023) auf 17,5 Prozent (2024) – fast eine Verdopplung in drei Jahren. Die über 50-Jährigen liegen allerdings weiterhin deutlich darüber: In der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen besitzen 26,4 Prozent ein E-Bike, bei den über 65-Jährigen sind es 27,6 Prozent. Der Trend bei den Jüngeren deutet darauf hin, dass E-Bikes verstärkt als Alternative zum Auto für Arbeitswege und Alltagsstrecken genutzt werden – ein Signal, das Auswirkungen auf die Verkehrs- und Stadtplanung haben dürfte.
Rund 40 Prozent der E-Bike-Besitzer geben an, ihr Elektrorad als Alternative zum Auto zu nutzen. Weitere 27,6 Prozent der Menschen ohne E-Bike können sich vorstellen, für kurze Strecken bis zehn Kilometer auf ein Pedelec umzusteigen. Hochgerechnet bedeutet das: Etwa 12 bis 13 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ersetzen bereits regelmäßig Pkw-Fahrten durch E-Bike-Fahrten. Gerade auf Kurzstrecken im Stadtverkehr, wo Verbrennungsmotoren aufgrund des Kaltstarts besonders hohe spezifische Emissionen verursachen, liegt ein erhebliches CO₂-Einsparpotenzial.
In Großstädten sind E-Bikes hingegen eher Teil eines multimodalen Mobilitätsmixes – als Zubringer zum ÖPNV oder in Form von Sharing-Angeboten. Sie werden dort seltener zum primären Verkehrsmittel, könnten aber bei besserem Ausbau der Radinfrastruktur und sicheren Abstellmöglichkeiten weiter an Bedeutung gewinnen. Die Umfragedaten beziehen sich ausschließlich auf Deutschland; Aussagen für Österreich und die S