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PrusaSlicer 3.0: Prusa krempelt seine Slicer-Software komplett um
von Benjamin Mamerow
1. Sep. 2026 |
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Mit PrusaSlicer 3.0 legt Prusa Research eine erste öffentliche Preview vor, die zeigt, wie viel sich unter der Haube und an der Oberfläche der hauseigenen Slicer-Software getan hat. Statt kleinerer Anpassungen gibt es diesmal eine grundlegende Neuausrichtung, die Software bleibt dabei aber weiterhin quelloffen und läuft unter der AGPLv3-Lizenz. Wer noch nicht umsteigen möchte, kann die neue Version übrigens parallel zur bestehenden 2.x-Installation laufen lassen, ohne dass sich beide in die Quere kommen.
Am auffälligsten ist die runderneuerte Benutzeroberfläche. Die Werkzeugleiste ist jetzt oben angesiedelt, links gibt es einen Szenen-Browser und das rechte Panel passt sich kontextabhängig an die jeweilige Aufgabe an. Wer zwischen hellem und dunklem Design wählen möchte, hat diese Option nun. Praktisch ist auch der neue View-Cube zur Navigation, dazu kommen anpassbare Maus-Steuerungsschemata, die sich an bekannten Programmen wie Blender, SolidWorks, Fusion oder Tinkercad orientieren - wer aus einer dieser Ecken kommt, muss sich also nicht komplett umgewöhnen.
Ganz neu ist der Multi-Bed-Betrieb: Innerhalb eines einzigen Projekts lassen sich nun mehrere Druckbetten mit jeweils eigenen Druckern und Profilen parallel slicen. Die frühere Grenze von neun Betten gehört damit der Vergangenheit an. Projekte lassen sich zudem in Tabs organisieren und werden automatisch lokal zwischengespeichert.
Auch unter der Haube hat sich einiges getan. Das Profilsystem wechselt von den bisherigen .ini-Dateien auf das YAML-Format, alte Projekte werden dabei automatisch konvertiert. Besonders für Nutzer von Multi-Tool-Druckern dürfte interessant sein, dass sich unterschiedliche Düsendurchmesser je Werkzeug jetzt direkt in einem Druckerprofil definieren lassen. Das mühsame Anlegen separater Profile für jede Düsengröße entfällt damit.
Beim Thema Sicherheit setzt Prusa auf ein neues Lua-Plugin-System. Erweiterungen laufen isoliert in einer Sandbox und haben keinen Zugriff auf Dateisystem, Netzwerk oder projektfremde Daten. Erste parametrische Kalibrierdrucke wie Flow- und Temperatur-Tower sind bereits mit an Bord, ein Marktplatz für weitere Plugins soll später folgen. Für Nutzer, die in geschlossenen Netzwerken arbeiten, gibt es einen echten Offline-Modus: Netzwerkbibliotheken lassen sich dann komplett deaktivieren, bevor überhaupt eine Verbindung aufgebaut wird. Der Slicer funktioniert damit auch in streng abgeriegelten Air-Gapped-Umgebungen, ohne im Hintergrund Anfragen zu senden.
Beim Rendering in der 3D-Vorschau hat sich Prusa etwas einfallen lassen: Ein erweitertes OpenGL-Rendering sorgt für Schatten, Reflexionen und Ambient Occlusion, was die Darstellung deutlich hochwertiger wirken lässt. Gleichzeitig wurde an der Performance geschraubt, sowohl die Startzeit als auch die Slicing-Geschwindigkeit sollen spürbar besser sein.
Da es sich bislang nur um eine frühe Preview-Version handelt, fehlen im Vergleich zu Version 2.9.6 noch einige Funktionen. Diese sollen aber nach und nach in kommenden Builds nachgereicht werden, bis zum finalen Release 3.1.0 dürfte die Software dann funktional wieder auf Augenhöhe sein.
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