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Neustart für Saatgutbank in Gaza gibt Hoffnung für Landwirtschaft
Die Landwirtschaft im Gazastreifen ist zum Großteil zusammengebrochen - eine Folge der Zerstörung durch und der Flucht vor dem Krieg. Doch der Wiederaufbau einer Saatgutbank gibt Hoffnung - in der Krise und darüber hinaus.
Ein einfaches Zelt in Deir al-Balah, mitten im Gazastreifen. Bilder der Nachrichtenagentur Reuters zeigen den 71-jährigen Salama Muhanna. Seine Hände wühlen in Jutesäcken und Kunststoffbehältern, darin Tausende kleine Körner. Es ist Saatgut von Bohnen, Wassermelonen und Weizen.
Vor dem Krieg betrieb Salama in Qarara im Süden Gazas eine hochmoderne Saatgutbank, mit Kühlräumen und Solarenergie. Anfang 2024 wurde dort alles zerbombt. Wehmütig blickt er zurück: "Wir hatten 70 Tonnen Saatgut, vor allem Weizensaatgut. Wir haben es vor Beginn des Winters im Oktober an die Landwirte verteilt." Auch mehr als 42 Sorten einheimischen Saatguts lagerten demnach in der Saatgutbank. "Doch sie wurde zerstört, und wir wurden vertrieben. Nach unserer Vertreibung - im Jahr 2024 - überlegten wir, wie wir mit den Landwirten zusammenarbeiten könnten, die früher mit der Saatgutbank kooperiert hatten, um von ihnen wieder einheimisches Saatgut zu erhalten", erzählt Salama weiter.
Schwieriger Neustart unter Zeltplanen - die einstige Saatgutbank wurde 2024 zerstört.
Salama Muhanna gab nicht auf. Mühsam baute sein Team einen bescheidenen Bestand von 32 lokalen Sorten wieder auf. Diese traditionellen Pflanzensamen haben einen riesigen Vorteil gegenüber importierter Ware: Sie sind extrem resistent und lassen sich Jahr für Jahr neu aussäen. Eine Überlebensstrategie in der extremen Notlage. Als die Lieferketten kollabierten, wurde das Ur-Saatgut zur Lebensversicherung, betont Salama:
Viele Häuser im Gazastreifen sind zerstört oder beschädigt. Deshalb müssen die Menschen improvisieren.
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Direkt in und rund um ein Zelt werden jetzt wieder erste Setzlinge aufgezogen. Doch das Provisorium ist gefährlich. Die Hitze unter den dünnen Plastikplanen bedroht das mühsam gerettete Gut, berichtet Salamas Tochter Hanadi Muhanna: "Es ist nur ein einfaches Zelt. Wir haben mit Kunststoffbehältern angefangen. Früher hatten wir ein großes Gebäude, nun ist es ein Zelt. Da herrschen hohe Temperaturen, was zu Schäden am Saatgut führen könnte."
Trotz der widrigen Umstände greifen immer mehr Bauern nach den heimischen Samen. Vor allem, nachdem Israel im vergangenen Jahr die Importbeschränkungen massiv verschärfte und die humanitäre Hilfe drosselte - um so in den Verhandlungen über eine Waffenruhe Druck aufzubauen.
Vor allem heimische Pflanzensorten halfen Landwirten und Bevölkerung in der Hungersnot.
Für Mustafa Al-Astal, der eine Gärtnerei südlich von Chan Junis betreibt, ist das heimische Saatgut alternativlos. Die Saatgutbank sei für Landwirte wichtig, sie bewahre die einheimischen Pflanzen. "Als wir eine Krise durchlebten - die Schließung der Grenzübergänge, die Abriegelung durch die israelische Besatzung - war lokales Saatgut unsere einzige Lebensader, um so Gemüse anzubauen,", betont Mustafa.