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Hessen: Verschollen geglaubtes Buch von 1594 wiedergefunden
Nach mehr als 80 Jahren kehrt ein historisches Buch aus dem Jahr 1594 in die Staatsbibliothek Berlin zurück. Der Band »Pauli Sententiae« galt seit dem Zweiten Weltkrieg als verloren, bis er bei einer Buchspende in einem Sozialkaufhaus im hessischen Flörsheim wieder aufgetaucht ist.
Wie die regionale Diakonie Main- und Hochtaunus sowie die Staatsbibliothek Berlin mitteilten , konnte das Exemplar dank aufmerksamer Mitarbeiter und institutsübergreifender Recherche identifiziert werden. Bei dem historischen Fund handele es sich um eine in Latein veröffentlichte Schrift und ein spätantikes Rechtsbuch. Es soll 1594 in Nürnberg gedruckt worden sein.
»Die Aufklärung der Herkunft des historischen Bandes glich einer detektivischen Spurensuche«, heißt es. Und weiter: »Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde der Band im Zweiten Weltkrieg aus Berlin nach Hessen in das Kalibergwerk Hattorf ausgelagert und kam im Zuge dieser Aktion abhanden.«
Seit Ende August sei der Band wieder Bestandteil der Staatsbibliothek. Er sei bereits im Katalog verzeichnet und für die Forschung zugänglich. »Der Erhaltungszustand des Bandes ist für sein Alter ganz hervorragend«, heißt es.
Dass der Band mehr als 80 Jahre nach Kriegsende wieder in der Berliner Staatsbibliothek aufgenommen werden könne, sei ein großer Grund zur Freude. »Die Rückführung solch alter und bedeutender Bücher an ihren angestammten Platz ist für Bibliotheken und die historische Forschung von unschätzbarem Wert.«
Immer wieder werden über Jahrzehnte verloren geglaubte Bücher wiedergefunden – und an Bibliotheken zurückgegeben. Zuletzt meldete eine Bücherei in der australischen Küstenstadt Kiama, dass ein Buch nach 150 Jahren wieder zurückgebracht worden sei. Die Gebühr dafür wäre astronomisch, bei rund 28.000 australischen Dollar würde sie inflationsbedingt liegen. Der säumige Entleiher blieb jedoch unbekannt. Wie teuer ein solcher Fall in Deutschland wäre, lesen Sie hier.