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IFA: Digitalminister auf der IFA: „Das Land ein bisschen aufwecken”
Zum Auftakt der IFA dreht der Digitalminister eine Runde über die Messe – und sieht trotz der Konkurrenz aus China auch Chancen für die deutsche Wirtschaft.
Bloß kein Trübsal blasen: Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (Mitte) mit Miele-Chef Reinhard Zinkann (rechts) und Moderatorin Pinar Atalay auf der IFA.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat zum Auftakt der IFA die Branche aufgefordert, das Wettrennen um die Entwicklung neuer Technologien anzunehmen. „Es gibt natürlich viele Anbieter, bei denen man sieht, mit welcher Geschwindigkeit dort gearbeitet wird”, sagte Wildberger am Freitag in Berlin. „Ich denke, das ist auch ein Anspruch für uns.”
Wildberger kritisierte die deutsche Eigenart, zunächst die Risiken neuer Technologien zu sehen. „KI ist riskant, aber es ist viel riskanter, diese Technologien nicht selber zu beherrschen, selber zu bauen und in Abhängigkeit zu geraten“, warnte der Minister. Deutschland müsse seinen Mut wiederfinden. „Aufgabe in diesem Prozess ist es: Dieses Land ein bisschen aufwecken.”
Neben der KI sieht der Digitalminister die Robotik als wichtigen Sektor für die deutsche Wirtschaft. „Für Deutschland und Europa liegt darin eine besondere Chance”, betonte Wildberger. „Unsere Stärke: Maschinenbau, Sensorik, Automatisierung, Sicherheit, Präzision und Produktion. Wir bauen Dinge, die im wirklichen Leben funktionieren, und jetzt statten wir sie auch mit Intelligenz aus.”
Dabei mahnte der Minister zur Eile. Die Branche müsse die Gelegenheiten jetzt beim Schopfe greifen. „Diese Fenster bleiben nicht lange offen”, sagte Wildberger. „Wir dürfen uns eben nicht auf Ideen, Komponenten beschränken und die Skalierung anderen überlassen. Tempo ist die Währung, das Gebot der Stunde!”
Die Rolle der Bundesregierung sieht Wildberger dabei insbesondere darin, nicht im Weg zu stehen und Infrastruktur zu schaffen. Der Staat müsse vor allem drei Dinge liefern, meint der Digitalminister: „Freiraum, Geschwindigkeit und die nötige Infrastruktur.” Das hieße zum Beispiel: Bürokratieabbau, Verfahren beschleunigen und Kapazitäten in Rechenzentren aufbauen.
Trotz der Geschwindigkeit und dem Entwicklergeist, wie etwa China ihn vorgibt, müsse sich Deutschland nicht verstecken, meinte Wildberger anschließend im Rahmen einer von TV-Journalistin Pinar Atalay moderierten Diskussion mit Miele-Chef Reinhard Zinkann. Zwar liege Deutschland bei Sprach-LLMs weit zurück, doch kämen Frontier-Modelle wie Flux von Black Forest Labs von hier. Das multimodale Modell werde sogar von Google genutzt.
Zinkann verwies auf die komplett anderen Rahmenbedingungen in China, wo es viel mehr staatliche Unterstützung und deutlich weniger Regularien gebe. Wildberger entgegnete, das könne nicht als alleiniger Grund für die Innovationsleistung der chinesischen Hersteller herhalten.
Zwar seien die Rahmenbedingungen in China oft besser als hierzulande, man müsse aber auch nicht immer den Anspruch haben, der Beste zu sein. Oft reiche auch Position drei, und von der aus könne man sich vorarbeiten. Der Weg dorthin sei weit, doch es nicht zu versuchen, wäre falsch, erklärte der Digitalminister sehr entschieden.