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Kolumbien: Die harte Hand des Präsidenten fordert erste Opfer
Kolumbiens neuer Präsident de la Espriella versprach, hart gegen bewaffnete Gruppen vorzugehen. In den ersten Wochen seiner Amtszeit lässt er seinen Worten mit enormem Tempo Taten folgen.
Öffentlichkeitswirksam präsentiert der kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella seine Militäroperationen: In einem von ihm veröffentlichten Video schreitet er in Militäruniform durch Reihen von Leichensäcken, dahinter liegen beschlagnahmte Waffen.
"Dieser Schlag gegen den Terrorismus der FARC wird für immer in die Geschichtsbücher Kolumbiens eingehen. Und das ist erst der Anfang, denn wir werden noch mehr erreichen", erklärt de la Espriella.
Der rechte Präsident hat mit der Politik seines Vorgängers Gustavo Petro gebrochen: Friedensgespräche werde es nicht mehr geben, so die Ankündigung. Dennoch ist diese offene Zurschaustellung der Opfer ungewöhnlich, auch in Kolumbien.
"Dieser Drogenterrorist hier war für die schlimmsten Terrorakte in den Bundesstaaten Guaviare, Amazonas, Putumayo und Caquetá verantwortlich. Wir haben ihn außer Gefecht gesetzt", brüstet sich de la Espriella während seiner Machtdemonstration.
Kolumbiens Präsident de la Espriella zeigt sich nach einem Militäreinsatz zwischen Leichensäcken.
Unter den insgesamt mehr als 30 getöteten Menschen sind auch mindestens vier Minderjährige, teilten Kolumbiens Behörden mit. Das habe in Kolumbien die Debatten um die Rechtmäßigkeit solcher Angriffe angefacht, sagt Politikwissenschaftler Luis Fernando Trejos Rosero.
Denn gemäß dem Völkerrecht gelten Kinder stets als Opfer von Kriegsverbrechen. "Menschenrechtsorganisationen kritisieren diese Angriffe. Andere sagen, wenn sie bewaffnet sind, sind sie automatisch Kämpfer und auch eine Gefahr", sagt Trejos Rosero. Das Problem sei, dass man bei geheimdienstlicher Arbeit vorab oft nicht abschätzen könne, welches Alter die Kämpfer haben.
Kolumbiens neuer Präsident de la Espriella will hart gegen Drogenhandel und den Kokaanbau vorgehen.
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Laut kolumbianischer Regierung sind allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren fast 1.200 Jugendliche rekrutiert worden. Einem Bericht der International Crisis Group zufolge dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen. Und auch in den vergangenen vier Jahren unter der Regierung Petros und seiner Friedenspolitik gab es viele minderjährige Opfer.