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Welche Gefahren drohen durch die Veröffentlichung gestohlener Daten?
Eine kriminelle Gruppe greift die Berliner Verwaltung an und veröffentlicht große Mengen von Daten im Darknet. Um welche Informationen geht es? Welche Gefahren birgt deren Veröffentlichung? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Vom 7. bis zum 12. August verschafften sich Hacker zunächst unbemerkt Zugriff auf Teile des Berliner Landesnetzes und schöpften große Datenmengen ab. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff am 14. August - und machte ihn drei Tage später öffentlich.
Erst nach und nach kam heraus, welche Datenmenge die Kriminellen erbeuteten: 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte, also rund 5.800 Gigabyte.
Die Kriminellen forderten ein Lösegeld von 30 Bitcoin - umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Dem gab die Berliner Landesregierung aber nicht nach. Nach Ablauf ihres Ultimatums am 4. September veröffentlichten die Hacker die Daten im Darknet, also in einem Teil des Internets, der nicht auf herkömmliche Weise wie durch Suchmaschinen auffindbar ist.
Die Kommunikation im Darknet wird verschlüsselt, die Urheber von Inhalten und die, die darauf zugreifen, wollen möglichst anonym bleiben.
Die im Darknet veröffentlichten Daten beinhalten etwa Personalakten, Stundenzettel und Betriebsunterlagen.
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Die Gruppe Rhysida (der Name geht auf eine Gattung der Tausenfüßer zurück), die für den Leak verantwortlich gemacht wird, ist den Sicherheitsbehörden bekannt und seit Mitte 2021 aktiv. Die IT-Sicherheitsexpertin Bianca Kastl, die Mitglied im Chaos Computer Clubs ist, sagte dem rbb, Rhysida habe zum Beispiel schon die Stadt Stuttgart angegriffen und erpresst - mit einem ähnlichen Muster wie jetzt in Berlin.
Laut dem Bundesinnenministerium gilt die Gruppe grundsätzlich als finanziell motiviert. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vermutet auch beim aktuellen Fall in Berlin keine politische, sondern eine finanzielle Absicht.
Ein umfassender Überblick ist derzeit noch schwierig, weil es dauert, die riesigen Datenmengen zu durchforsten. Nach Informationen des Chaos Computer Clubs geht es unter anderem um personenbezogene Daten von Verwaltungsmitarbeitern, also etwa Personalangelegenheiten, Arbeitszeugnisse oder Notfallpläne.
Der Tagesspiegel berichtet, dass die Hacker auch Inhalte veröffentlicht hätten, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant seien, zum Beispiel Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Auch geheime Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen sowie der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen die Hacker geleakt haben.