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Prognosemärkte: Meta entwickelt offenbar eigene Plattform
Meta arbeitet Berichten zufolge an einer Prognose-App nach dem Vorbild von Polymarket und Kalshi, mit KI als Fragensteller und Schiedsrichter.
Mark Zuckerberg hat ein kleines Team damit beauftragt, eine eigenständige Smartphone-App zu entwickeln, mit der Nutzer ähnlich wie bei Polymarket und Kalshi auf den Ausgang künftiger Ereignisse wetten können. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf zwei Angestellte des Unternehmens.
Die intern „Arena“ genannte App soll experimentell sein, intern jedoch höchste Priorität genießen. Vorerst würden Nutzer mit Punkten statt mit Geld wetten, langfristig seien Echtgeldwetten jedoch nicht ausgeschlossen. Wachsen soll die Plattform, indem Meta die Milliarden von Nutzern aus seinen sozialen Netzwerken auf den neuen Dienst lenkt. Die Entwicklung sei noch nicht abgeschlossen und könne noch vor Veröffentlichung eingestellt werden, heißt es.
Die Glaubwürdigkeit des Berichts stützen weitere Recherchen des US-Senders NPR, der nach eigenen Angaben interne Meta-Dokumente zu „Arena“ einsehen konnte. Demnach sollen Nutzer täglich ein virtuelles Guthaben in Spielgeld erhalten, mit dem sie wetten können. Unklar sei noch, welche Themen Meta für die Prognosemärkte vorsieht. Laut den Dokumenten wird die App stark auf KI setzen: Metas Sprachmodell Llama soll automatisch Ja-oder-Nein-Fragen aus aktuellen Trends erzeugen und anschließend nahezu in Echtzeit entscheiden, ob ein vorhergesagtes Ereignis eingetreten ist oder nicht. Ein konkreter Erscheinungstermin wird in den Dokumenten nicht genannt.
„Arena“ wäre nicht Metas erster Versuch in dieser Richtung. Schon 2020 veröffentlichte das Unternehmen mit „Forecast“ eine App, in der Nutzer Vorhersagen zum Weltgeschehen abgeben konnten. Sie wurde 2022 eingestellt. In den von NPR eingesehenen Dokumenten wird der hohe Aufwand für die manuelle Kuratierung von Fragen als Grund genannt. Die neue App wird dort als Neuauflage von „Forecast“ beschrieben.
Mit „Arena“ sucht Meta Anschluss an die boomenden Prognosemärkte: Laut der Investmentbank Bernstein kamen Polymarket und Kalshi in den ersten Monaten des Jahres 2026 zusammen auf ein Handelsvolumen von rund 60 Milliarden US-Dollar. Meta wäre das erste der großen Techunternehmen, das sich in diesen Markt vorwagen würde. Dass zunächst nur mit virtuellem Spielgeld gewettet werden soll, dürfte rechtliche Gründe haben: Der auf Glücksspielrecht spezialisierte US-Anwalt Daniel Wallach sagte NPR, dass der Verzicht auf Echtgeld Meta Zeit verschaffen könne, die umkämpfte Rechtslage abzuwarten. In den USA laufen demnach mehr als 30 Verfahren zur Zulässigkeit von Prognosemärkten.
Kritiker warnen, dass solche Plattformen Insiderhandel begünstigen, Katastrophen zu Spekulationsobjekten machen und im Extremfall sogar Anreize schaffen können, Ereignisse zu beeinflussen, auf die zuvor gewettet wurde. Die Branche profitiert dabei von politischem Rückenwind aus der Trump-Regierung, die neue Bundesregeln für Prognosemärkte auf den Weg gebracht hat. Die zuständige Aufsicht CFTC steht dabei unter Druck: Ihre Aufgaben wachsen, während ihr Personal unter Trump deutlich geschrumpft ist.
In der EU sind Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket bislang nicht einheitlich reguliert. Um Konflikte mit deutschen Behörden zu vermeiden, blockiert Polymarket die Wetten hierzulande.
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