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Klage gegen OpenAI: Warum Apple Jony Ive außen vor lässt
OpenAI als Firma, zwei Ex-Mitarbeiter direkt: Apples Klage wegen Geschäftsgeheimnisklau reicht weit. Mit einer Ausnahme – und die hat offenbar bestimmte Gründe.
Jony Ive hinter einem OpenAI-Logo: Dank Sam Altman mittlerweile Milliardär – und sehr erfolgreich bei der Anwerbung ehemaliger Apple-Mitarbeiter.
Noch ist unklar, ob Apples Klage gegen OpenAI wegen des vorgeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen vor einem US-Distriktsgericht überhaupt zugelassen wird. Derzeit fliegen die Schriftsätze der Anwälte beider Konzerne nur so hin und her, auch über eine einstweilige Verfügung, die Apple gegen OpenAI beantragt hatte, um dessen Hardware-Herstellung auszubremsen, ist noch nicht entschieden. Interessant an dem Rechtsstreit ist auch, wer eben nicht von diesem betroffen ist: Apple geht weder seinen ehemaligen Designchef Jony Ive an noch dessen zentrale Mitarbeiterin Evans Hankey, die beide für Apples Produktentwicklung über viele Jahre von zentraler Bedeutung waren. Bei Ive, glauben Beobachter, hat Apples Zurückhaltung einen zentralen Grund: die Verbindung zur Familie des verstorbenen Apple-Mitbegründers Steve Jobs.
Über 400 Mitarbeiter sollen von Apple zu OpenAI gewechselt sein. Das betrifft hochkarätige Personen wie Ex-Designvizepräsidentin Hankey ebenso wie diverse Ingenieure. Zuletzt kam Apple auch noch der hochrangige Vision-Pro-Experte Paul Meade verloren. Apples Klage betrifft neben OpenAI selbst aber nur noch zwei weitere Personen: den Hardwaremanager Tang T. und den Stromversorgungsexperten Chang L. Während Tang eine (sehr) wichtige Rolle beim Anwerben von Apple-Mitarbeitern gespielt haben soll, der laut Apple in Interviews angeblich sogar das Mitbringen von Prototypen verlangte, ist L. eher ein „Fußsoldat“. Warum Apple ausgerechnet diesen als Beklagten ausgesucht hat, ist nicht ganz klar. Womöglich lag es daran, dass der Konzern seiner Ansicht nach Beweise anführen kann, wie auch nach dem Jobwechsel Daten abgeflossen sein sollen. Bei OpenAI heißt es hingegen, L. habe nur seinen ehemaligen Kollegen helfen wollen.
Ive selbst taucht in der Apple-Klage nicht einmal am Rande auf. Dabei war er letztlich derjenige, der zum Dammbruch des Mitarbeiter-Exodus führte: Ihm gelang es, zahlreiche Mitarbeiter des alten Designteams anzuwerben, das „Fußvolk“ kam später. Bei Ive gibt es aber grundsätzlich weniger Klagemöglichkeiten, denn der Ex-Apple-Designchef war länger selbstständig mit eigenem Designstudio unterwegs, bevor er eine von ihm gegründete Hardwarefirma für Milliarden durch OpenAI kaufen ließ. Schließlich ist Ive auch noch eng mit der Steve-Jobs-Witwe Laurene Powell Jobs befreundet, die wiederum auch noch zu Apple gute Kontakte pflegt. Zuletzt soll sie eine Rede bei Tim Cooks Verabschiedung als CEO gehalten haben.
Powell Jobs verkehrt damit zwischen den Welten. Sie soll einerseits in Ives Hardware-Firma, die nun die OpenAI-Hardware-Abteilung stellt, investiert sein und tritt sogar mit Ive und OpenAI-Boss Sam Altman öffentlich auf. Gleichzeitig hält sie Kontakt zu Apple und dürfte auch noch Anteilsscheine von ihrem Ehemann geerbt haben. Sie hat zudem Cook lange unterstützt und tut dies nun auch bei dessen Nachfolger John Ternus.
Apple dürfte zudem Angst vor einem PR-Backlash gehabt haben: Verklagt der Konzern Ive, trifft er damit auch Powell Jobs und vergreift sich damit potenziell auch an seiner Vergangenheit, die ohne Ive nicht denkbar wäre. Es wäre also durchaus möglich, dass Apple als Kläger dann schlechter dastünde, als der iPhone-Konzern es nun mit einer Klage gegen OpenAI und zwei ehemaligen Angestellten, die nur Insider kennen, tut. Mit dem Rechtsstreit geht es unterdessen vermutlich erst im Oktober weiter.
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