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Keine Lizenzkosten: Ubiquiti Networks mit neuem Core-Switch
Ubiquiti Networks drängt mit einem neuen Core-Switch, Multi-Chassis Link Aggregation und Access Switchen mit MACsec in den Enterprise-Markt vor.
Mit einem neuen Core-Switch mit bis zu 3,2 Tbit/s Systemleistung, Multi-Chassis Link Aggregation, sowie neuen Access Switchen mit MACsec und erhöhter Stack-Bandbreite zielt der Hersteller Ubiquiti Networks nun deutlich auf den Enterprise-Markt. Spannend ist dabei, dass das System weiterhin keine wiederkehrenden Lizenzkosten verursacht, wie es viele Mitbewerber inzwischen tun.
Mit dem neuen Enterprise Campus Switch Core (ECS-Core) mit 32x100G QSFP28 Einschüben stößt der Hersteller nun in neue Leistungsregionen vor. Dabei bietet er bis zu 3,2 Tbit/s Non-Blocking Performance und große MAC-Tabellen mit bis zu 128.000 MAC-Adressen. Der Hersteller scheint also davon auszugehen, dass die Kunden große geswitchte Netze aufbauen möchten, was auch dadurch untermauert wird, dass er Multi-Chassis Link-Aggregation zur Layer-2-Redundanz auf zwei Chassis einführt. Beim Routing lässt er nur 256 statische IPv4-Routen zu, was in vielen Unternehmensumgebungen zu wenig sein dürfte. Auch 512 Einträge in Access-Listen dürften schnell zu Engpässen führen.
Zu dynamischem Routing und erweiterten QoS-Mechanismen, wie sie klassisch im Campus Core zum Einsatz kommen, sowie auch zu IPv6 machte der Hersteller bisher keine Angaben. Wie in dieser Klasse üblich bietet er redundante Netzteile und Lüfter, die Hot-swappable sind. Ein kleines Display mit 1,3 Zoll kann für einen kurzen Blick auf Port-Status dienen. Zu Preisen machte der Hersteller keine Aussagen.
Im Bereich der Aggregationsswitche wurde das Konzept des MC-LAG nach Herstellerangaben für verbesserte Verfügbarkeit komplett überarbeitet und auch die Rapid-Spanning-Tree-Konvergenzzeiten unter Last wurden optimiert. Zudem wurden auch dort die MAC-Adresstabellen für mehr Skalierbarkeit erweitert. Genauere Angaben machte Ubiquiti bisher nicht.
Auch im Access-Switch Umfeld tut sich einiges. Der neue Switch Enterprise Campus 48S PoE (ECS-48S-PoE) bietet 32x mGig-Kupferports mit bis zu 2,5G und 16x mGig-Kupferports mit bis zu 10G. Alle Ports bieten PoE bis zu 90 Watt. Zudem bietet er 2x100G QSFP28 Backplane-Stacking-Ports und 4xSFP28 25G Ports als Uplink. Zudem bringt er nun hardwarebeschleunigte MACsec-Verschlüsselung, sowie Unterstützung für Cross-Stack-LACP-Bündel mit. Auch er bietet 32.000 MAC-Einträge und 512 statische IPv4-Routen, sowie 256 Access-Listeneinträge (ACL-Einträge). Für echte Mikrosegmentierung am Access dürfte die Anzahl der ACL-Einträge zu gering sein. Mit zwei Netzteilen bietet er im verteilten Modus 2.150 Watt PoE-Leistung oder im redundanten Modus 950 Watt. Auch hier machte der Hersteller keine Aussagen zu Preisen.
Abseits von Hardware gibt es ebenfalls einige Neuerungen. Ein Monitoring von optischen Verbindungen lässt nun frühzeitig erkennen, ob ein Transceiver oder eine LWL-Strecke fehlerbehaftet ist, was bei Mitbewerbern seit vielen Jahren Standard ist. Interessant dürfte aber der digitale Zwilling des Netzes sein. Er soll die Sichtbarkeit erhöhen und Fehlerstellen visuell anzeigen. Wie das in der Praxis funktioniert, bleibt abzuwarten. Mit Time Machine möchte der Hersteller historische Netzwerkdaten anzeigen, um im Fehlerfall Abweichungen von der Baseline erkennen zu können.
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