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Von den USA zu Terroristen erklärt: Italienisches Hackerkollektiv A/I gibt auf
Seit 2001 bietet Autistici/Inventati freie Internetdienste an, nun hat Washington das beendet: Gegen die Einstufung als terroristisch kommt die Gruppe nicht an.
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Weniger als zwei Wochen nachdem die US-Regierung von Donald Trump die italienische Hacktivisten-Gruppe Autistici/Inventati (A/I) als globale Terroristengruppe eingestuft hat, gibt sie auf und schließt alle bislang angebotenen Dienste. Das hat A/I am Wochenende angekündigt und erklärt, dass jeder Tag, den man seit der Entscheidung aus Washington durchgehalten habe, ein Sieg gewesen sei: „Aber jetzt sind wir gezwungen, aufzuhören.“ Nach Angaben des US-Außenministeriums hat Autistici/Inventati zuletzt 16.000 Mailkonten, 1500 Internetseiten, 5500 Mailing-Listen und 10.000 Blogs gehostet, das Kollektiv selbst weist noch auf Videokonferenz- und Streaming-Angebote hin. All das werde nun stillgelegt, darunter auch die Plattform NoBlogs.org. Betroffen sei eine Gemeinschaft von Tausenden.
A/I wurde 2001 gegründet und hat das erklärte Ziel, Menschen die freie Kommunikation über das Internet zu ermöglichen. Wer die Dienste genutzt hat, muss laut den Nutzungsbedingungen die „antifaschistischen, antirassistischen, anti-sexistischen, anti-homophoben, anti-transphoben und antimilitaristischen“ Prinzipien des Kollektivs teilen. Zudem durften die Dienste nicht für kommerzielle oder religiöse Zwecke beziehungsweise zugunsten politischer Parteien genutzt werden. Die Verantwortlichen versicherten im Gegenzug, dass sie nur minimal Daten für die Fehlerbehebung vorhalten und keine personenbezogenen Daten speichern würden. Insgesamt waren die Dienste nicht-kommerziell, finanziert hat sich A/I über Spenden.
Das US-Außenministerium hat die Einstufung von Autistici/Inventati als „global agierende Terroristen“ damit begründet, dass die Organisation „digitale Infrastruktur für gewalttätige Antifa-Zellen und andere extrem linke Militante in aller Welt baut und betreibt“. Die „radikalen Hacker und Entwickler“ würden ein umfangreiches Angebot an Diensten zur Verfügung stellen, „darunter verschlüsselte Chats und E-Mails, Webhosting, sichere Videokonferenzen und Streaming, Anonymitätsschutz sowie eine Reihe weiterer Werkzeuge“. Autistici/Inventati hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, „Antifaschismus und Antikapitalismus ist kein Terrorismus“. Jeder habe das Recht, für die Menschheit einzustehen und zu kämpfen.
Direkt nach der Einstufung als terroristische Organisation hat das Kollektiv noch angekündigt, kämpfen zu wollen. In der Folge musste A/I aber einräumen, welch weitreichende Konsequenzen die Entscheidung aus den USA hatte. So wurde das Bankkonto von A/I gesperrt. Am Wochenende folgte dann die Aufgabe, „die Möglichkeit, dass unsere Arbeit rechtliche und finanzielle Konsequenzen für Menschen haben könnte, die uns nahestehen – oder auch nur in irgendeiner Weise mit uns zu tun haben –, lässt uns keine andere Wahl“. In diesem politischen Klima würde ein Weitermachen nur Menschen gefährden: „Jetzt schaltet eure PCs aus, geht raus aus euren Wohnungen, kämpft, umarmt euch und verliert nicht euer Lächeln.“
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