// STADT-BREMERHAVEN — LINUX & OPEN SOURCE
Jellyfin 12.0 ist da: Neues Versionsschema, Serien-Versionen und mehr Tempo
von Carsten Knobloch
8. Sep. 2026 |
1
Das Open-Source-Medienserver-Projekt Jellyfin hat Version 12.0 veröffentlicht. Bei der Versionsnummer fällt direkt die auffälligste Neuerung ins Auge: Die Entwickler verabschieden sich von der führenden Zehn. Was eigentlich die Version 10.12.0 geworden wäre, startet nun schlicht als Version 12.0. Damit soll künftig auf den ersten Blick klar sein, wenn ein echter Versionssprung mit größeren Umbauten ins Haus steht.
Genau das ist hier der Fall, weshalb ihr vor dem Einspielen unbedingt die Upgrade-Hinweise beherzigen solltet. Voraussetzung für den direkten Wechsel ist mindestens Jellyfin 10.10.7 oder ein Release aus dem 10.11er-Zweig.
Vor dem Update solltet ihr zwingend ein vollständiges manuelles Backup eurer Daten- und Konfigurationsverzeichnisse anlegen, da die Datenbank beim ersten Start migriert und umgeschrieben wird.
Drittanbieter-Plugins solltet ihr vorab entfernen, da für 10.11 gebaute Erweiterungen nicht mehr laden. Zudem unterscheidet das System bei Benutzernamen nicht mehr zwischen Groß- und Kleinschreibung. Nach dem Start ist ein vollständiger Bibliotheks-Scan erforderlich, der je nach Sammlung länger dauern kann. Sehr alte Clients, die noch auf veraltete Schnittstellen setzen, werden künftig ausgesperrt.
Unter der Haube hat das Team die Datenbank überarbeitet. Playlists und Sammlungen werden nun zeilenweise gespeichert, was das Aufrufen, Blättern und Bearbeiten großer Listen spürbar beschleunigen soll. Eine der praktischsten Neuerungen betrifft Serien: Mehrere Versionen einer Datei, etwa in 1080p und 4K oder als Extended Cut, lassen sich ab sofort auch für Episoden gruppieren. Das war bisher nur bei Filmen möglich und synchronisiert nun auch den passenden Wiedergabestatus.
Ebenfalls überarbeitet wurde die Unterstützung von E-Books und Comics. Metadaten und Cover werden nun direkt vom Server ausgelesen, ohne dass dafür zwingend ein externes Plugin nötig ist. Im Web-Client wird das sogenannte Modern-Layout für Desktop und Mobilgeräte zum neuen Standard, während Smart-TVs vorerst bei der bisherigen TV-Oberfläche bleiben.
Neuere Transcoding-Funktionen auf Basis von FFmpeg 8.1 sowie diverse Sicherheitskorrekturen runden das Release ab. Wer einen eigenen Server betreibt, findet die Aktualisierung ab sofort über die gewohnten Kanäle. Vermutlich sollte man noch ein bisschen warten, bis die ersten Wilden das Update eingespielt haben und vielleicht auf Fehler treffen, die noch gefixt werden wollen.
Das Server-Changelog findet ihr hier, das Web-Changelog dort. Und falls ihr noch Clients sucht, klickt mal hier.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.