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Ende der Amtszeit: Was Baerbock bei den UN angestoßen hat
Als Präsidentin der UN-Generalversammlung wollte sich Annalena Baerbock für Reformen und frischen Wind einsetzen. In ihrer einjährigen Amtszeit brachte sie Veränderungen auf den Weg - stieß aber auch auf Widerstand.
Als ehemalige deutsche Außenministerin kennt Annalena Baerbock Bürokratie. Das Ausmaß bei den Vereinten Nationen hat sie dennoch überrascht: Doppelstrukturen, unklare Zuständigkeiten, zu viele Führungspositionen.
Nicht mal ein Organigramm gebe es, das die Organisation für neue Mitarbeiter übersichtlicher macht: "Deutschland ist schon ein bürokratisches Land - ich weiß, wie langsam unsere eigenen Ministerien manchmal arbeiten, aber hier gibt es eine Bürokratie, die einfach über 80 Jahre gewachsen ist."
Deshalb standen UN-Reformen für Baerbock ganz oben auf der Prioritätenliste. Die finanziell angeschlagenen Vereinten Nationen sollten schlanker und effizienter werden. "Wenn wir nicht endlich die Reformen voranbringen, dann werden die Vereinten Nationen zusammenfallen wie ein Kartenhaus", sagte die ehemalige Grünen-Chefin im ARD-Interview.
Für die Vereinten Nationen geht ein Jahr unter erschwerten Bedingungen zu Ende.
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Als Präsidentin der UN-Generalversammlung wollte Baerbock vor allem die 193 Mitgliedsstaaten in den Reformprozess einbinden und verhindern, dass allein der Sicherheitsrat mit den Vetomächten die Richtung vorgibt. Das sei ihr durchaus gelungen, sagt Daniel Forti, UN-Experte bei der Crisis Group: "Sie hat viele Sitzungen geleitet, in denen die UN-Mitgliedsländer über die Reformen diskutieren konnten, und hat diese so zum Leben erweckt."
Baerbock setzte zusammen mit den Mitgliedsländern beispielsweise durch, dass bereits vorhandene Beschlüsse nicht immer wieder auf der Tagesordnung landen. Diese alte Praxis habe so viel Zeit gefressen, dass kaum über tagesaktuelle Krisen gesprochen werden konnte, wie Baerbock beklagte.
"Das ist so, als wenn wir jedes Jahr im Deutschen Bundestag das Strafgesetzbuch nochmal neu beschließen würden", erklärte sie. Durch einen Reformschritt konnte sie zusammen mit den Mitgliedsstaaten bewirken, dass bei bestimmten Themen nur noch alle zwei oder drei Jahre ein neuer Beschluss nötig sein wird.
Zwei Männer und vier Frauen kämpfen um die Nachfolge für das Amt des UN-Generalsekretärs.
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Den größten Gegenwind erlebte Baerbock für ihr Engagement bei der Wahl des neuen UN-Generalsekretärs. Baerbock wünschte sich nach 80 Jahren erstmals eine Frau in diesem Amt, aber vor allem auch eine selbstbewusstere Beteiligung der UN-Mitgliedsländer im Auswahlprozess. Das bloße Absegnen des Kandidaten, der vom Sicherheitsrat vorgeschlagen wird, soll der Vergangenheit angehören.