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FreeBSD 14.5 erleichtert den Umstieg von Linux-Software
FreeBSD 14.5-RELEASE bringt Linux-kompatibles inotify, aktualisierte Toolchains und behebt UEFI-Boot-Probleme.
Das FreeBSD Release Engineering Team hat wie angekündigt FreeBSD 14.5-RELEASE veröffentlicht. FreeBSD 14.5 ist das sechste Release des stable/14-Zweigs und fällt damit bereits in dessen späte Lebensphase. Entsprechend überschaubar bleibt die Liste neuer Funktionen. Im Mittelpunkt stehen Wartungsarbeiten, Fehlerkorrekturen, aktualisierte Treiber und neue Versionen extern gepflegter Software.
Dafür fällt die Liste der Security Advisories und behobenen Fehler umfangreich aus. FreeBSD 14.5 schließt zahlreiche Lücken im Basissystem und in mitgelieferten Komponenten. Anwender profitieren damit vor allem von einem weiter gehärteten und aktualisierten System.
FreeBSD 14.5 macht einen weiteren Schritt auf Linux-Software zu – dieses Mal nicht über eine zusätzliche Kompatibilitätsschicht, sondern mit einer nativen Implementierung. Die bislang fehlenden Funktionen inotify_init(), inotify_init1(), inotify_add_watch() und inotify_rm_watch() gehören nun zum Basissystem.
Damit können Anwendungen Datei- und Verzeichnisänderungen direkt über die aus Linux bekannte inotify-API überwachen, statt dafür FreeBSDs EVFILT_VNODE zu verwenden. Das erleichtert die Portierung von Software, die auf inotify setzt – etwa Build- und Entwicklungswerkzeugen, Serveranwendungen oder Sicherheitssoftware, die verdächtige Änderungen im Dateisystem erkennen soll.
Die erste Implementierung von inotify für FreeBSD entstand zunächst für FreeBSD 15.0 und wurde nun nach FreeBSD 14 zurückportiert. Die Arbeit stammt von Mark Johnston und wurde von Klara finanziert.
Vollständig Linux-kompatibel ist die Implementierung bei der Semantik allerdings noch nicht. Bei Dateien mit mehreren Hardlinks können FreeBSDs inotify-Watches auch bei Zugriffen über einen nicht überwachten Link Ereignisse auslösen und für mehrere Links doppelte Meldungen erzeugen. Nach dem Löschen einer überwachten Datei liefert FreeBSD zudem keine weiteren Events mehr, während Linux Zugriffe auf den weiterhin existierenden Inode standardmäßig noch meldet.
Das wenig bekannte kenv(1) dient dazu, Variablen der FreeBSD-Kernel-Umgebung aufzulisten oder zu verändern. FreeBSD 14.5 führt eine neue Sicherheitsoption ein, mit der sich unprivilegierter Zugriff auf die Kernel-Umgebung unterbinden lässt.
Das ist insbesondere für Jails relevant: Selbst Root kann innerhalb eines Jails dann nicht mehr auf diese Informationen zugreifen und potenziell sensible Details über den Kernel auslesen. Für Server- und Hosting-Systeme, die Jails zur Isolation mehrerer Dienste oder Kunden einsetzen, ist das eine zusätzliche Härtungsmaßnahme.
Die Compiler-Infrastruktur wurde auf einen aktuellen Stand gebracht: FreeBSD 14.5 aktualisiert LLVM, Clang, LLD und weitere dazugehörige Komponenten auf Version 21.1.8. Für Anwender, die Software auf FreeBSD entwickeln oder das Basissystem selbst aus den Quellen bauen, bringt das eine aktuelle Compiler- und Linker-Toolchain samt Fehlerkorrekturen und Verbesserungen.