// HEISE ONLINE — MODA & SOCIETÀ
Adobe Acrobat soll KI-Plattform für Dokumente werden
Adobe Acrobat erhält KI-Werkzeuge, die lange Dokumente verständlich machen sollen. Unternehmen können PDF-Sammlungen befragen und Daten aus Verträgen ziehen.
Adobe baut seinen PDF-Dienst rund um die Acrobat-Softwarefamilie zu einer Plattform für KI-gestützte Dokumentenarbeit aus. Die neuen KI-Funktionen sollen Inhalte aus Dateien zusammenfassen und als interaktive Berichte, Übersichtsfolien oder Audioformate aufbereiten können. Werkzeuge für Unternehmen machen laut Hersteller Wissen aus großen Dokumentensammlungen zugänglich oder werten Vertragsdaten automatisch aus.
Im Mittelpunkt stehe dabei der „Adobe Productivity Agent“, so Adobe. Er soll Informationen aus PDF-Dokumenten und anderen angebundenen Datenquellen zusammenführen.
Acrobat soll umfangreiche Textdokumente künftig in interaktive Berichte mit Diagrammen, Bildern und Navigation umwandeln. Die KI soll dabei zunächst nach dem gewünschten Ziel fragen und die Ergebnisse dann als visuelle Zusammenfassung aufbereiten. So könnte man etwa Quartalszahlen, Personalstatistiken oder Marktanalysen schnell überblicken, ohne lange Texte lesen zu müssen.
Eine weitere Neuerung sind Audioformate. Nutzer können den Inhalt von PDF-Dokumenten oder Weblinks in einen Arbeitsbereich laden und schlicht vorlesen lassen oder daraus eine Audiozusammenfassung beziehungsweise ein persönliches Podcastformat erzeugen lassen. Das soll helfen, sich unterwegs auf Besprechungen vorzubereiten oder Inhalte fern vom Bildschirm aufzunehmen.
Lebensläufe, Rechnungen und Berichte grafisch aufbereiten
Die Funktion „Stylize“ soll Dokumente auf einfache Weise gestalten können: Mit Vorlagen aus Adobe Express überführe sie Lebensläufe, Rechnungen, Berichte und Angebote in ein ansprechendes Layout. Die KI soll dabei die vorhandenen Inhalte in die gewählte Vorlage einpassen, ohne den Ausgangstext zu verändern.
Die bereits im April 2026 als Test gestarteten Student Spaces sind nun weltweit verfügbar. Studierende können dort Lernkarten, Quizabfragen, Lernhilfen und Zusammenfassungen aus hochgeladenen Unterlagen erstellen. Die Plattform digitalisiert handschriftliche Notizen und unterstützt bei Lebensläufen sowie der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche.
Kunden von Acrobat Studio for Enterprise können das Werkzeug „Knowledge Base“ nutzen, um Dokumentensammlungen in eine durchsuchbare Wissensbasis zu wandeln. Es unterstützt laut Adobe neben PDFs auch Office-Dateien, Webseiten, Textdateien und E-Mails. Dokumente aus SharePoint und Google Drive kann es automatisch abgleichen. Mitarbeiter sollen Fragen in natürlicher Sprache stellen und Antworten erhalten, die direkt mit den jeweiligen Textstellen in den Originalquellen verknüpft sind.
Das Werkzeug „Analyzer“ soll Informationen aus Tausenden ähnlichen Geschäftsdokumenten in strukturierte Daten überführen. Denkbar ist der Einsatz bei Verträgen, Leistungsbeschreibungen, Rechnungen oder Prüfberichten. Finanz-, Einkaufs- und IT-Abteilungen könnten etwa Laufzeiten, Kündigungsregeln, Berichtspflichten oder Vorgaben zur Datensicherheit aus vielen Dokumenten herausziehen. Auch hier sollen die Ergebnisse Verweise auf die jeweilige Quelle enthalten.