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T&E-Analyse: Neue Wettbewerber bedrohen Europas E-Lkw-Marktführerschaft
Chinesische und US-Hersteller könnten bis 2030 ein Viertel des europäischen E-Lkw-Marktes erobern, warnt eine T&E-Analyse. Ihr Preisvorteil ist erheblich.
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Europäische Lkw-Hersteller wie Daimler Truck, Traton und Volvo könnten bis 2030 ein Viertel des europäischen Marktes für elektrische Lkw an Wettbewerber aus China und den USA verlieren. Davor warnt die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) in einer neuen Analyse.
Die Untersuchung von T&E stützt sich auf eine Auswertung der Kosten, technischen Leistungsdaten und erklärten Ziele der neuen Marktteilnehmer. Das Ergebnis: Die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) eines chinesischen E-Lkw können im Vergleich zu einem gleichwertigen europäischen Modell um bis zu 12 Prozent niedriger liegen. In einer Beispielrechnung sinken die Kosten pro Kilometer von 0,63 auf 0,55 Euro. Über fünf Jahre ergibt das eine Ersparnis von rund 43.000 Euro. In einer Branche, die mit Gewinnmargen von lediglich 1,5 bis 2 Prozent operiert, kann ein solcher Unterschied kaufentscheidend sein.
Der reale Preisunterschied ist bereits heute beträchtlich. Während europäische schwere E-Lkw im Schnitt rund 320.000 Euro kosten, peilen chinesische Hersteller Zielpreise von etwa 225.000 bis 250.000 Euro an, ein Rabatt von grob 30 Prozent. Sinotruk etwa will seinen Global E700 in Europa für circa 250.000 Euro anbieten und hat bereits mit der Montage in Österreich begonnen. Der chinesische Industrie- und Nutzfahrzeugkonzern Sany liefert seinen elektrischen 4×2-Sattelzug e263 seit Frühjahr 2026 nach Europa und verweist auf mehr als 30.000 weltweit eingesetzte E-Traktoren. BYD baut derweil ein Montagewerk in Ungarn mit einer Zielkapazität von 5000 schweren Einheiten pro Jahr auf. Aus den USA könnte Tesla mit dem Semi den Markt zusätzlich unter Druck setzen.
Hinter dem Kostenvorteil der neuen Wettbewerber stecken unter anderem deutlich günstigere Batteriezellen. Laut T&E-Daten sind europäische Batteriezellen derzeit rund 90 Prozent teurer als chinesische. Diese Lücke dürfte bis 2030 zwar auf etwa 14 US-Dollar pro Kilowattstunde schrumpfen, bleibt aber ein struktureller Nachteil. Gleichzeitig attestiert T&E den chinesischen E-Lkw, bei Reichweite, Ladezeit, Nutzlast und Energieeffizienz mindestens auf Augenhöhe mit europäischen Modellen zu liegen.
Ein wesentlicher Treiber der Elektrifizierung sind die 2024 in Kraft getretenen EU-CO₂-Flottengrenzwerte für Lkw, deren erster Berichtszeitraum im Juli 2025 startete. 2025 waren bereits 5,6 Prozent aller in der EU neu zugelassenen Lkw emissionsfrei, doppelt so viele wie im Vorjahr. Deutschland liegt mit 7,1 Prozent sogar an der Spitze der fünf größten europäischen Märkte, was einem Anstieg von über 60 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Die überarbeitete EU-Regulierung sieht Emissionsreduktionen von 45 Prozent bis 2030, 65 Prozent bis 2035 und 90 Prozent bis 2040 vor. Herstellern, die ihre Ziele verfehlen, drohen Strafzahlungen von bis zu 4250 Euro pro Gramm CO₂ pro Tonnenkilometer.
Für Daimler Truck, Traton und Volvo bedeutet das enormen Investitionsdruck. Daimler Truck strebt an, bis 2030 mehr als die Hälfte seiner neuen Fahrzeuge in Europa lokal emissionsfrei auszuliefern, und hat ein Kostensenkungsprogramm von über einer Milliarde Euro aufgesetzt. Traton will 50 Prozent seiner EU-Verkäufe auf elektrische Antriebe umstellen und investiert eine Milliarde Euro in eine gemeinsame Batterieplattform für MAN und Scania. Volvo Trucks, derzeit Marktführer bei E-Lkw-Verkäufen in Europa, verfolgt ein Ziel von mindestens 35 Prozent batterieektrischer Lkw bis 2030.
Johanna Braun, Managerin E-Mobilität Lkw bei T&E Deutschland, sieht den entscheidenden Moment gekommen: „Wettbewerbsfähige E-Lkw aus China und den USA kommen bereits auf den europäischen Markt, weitere Modelle sind angekündigt.“ Die Hersteller sollten aus