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Umfrage zu Hausärzte-Versorgung: Wenn der Hausarzt fehlt, hat das Einfluss auf die Wahl
Deutschlandweit fehlen Tausende Hausarztpraxen. Die Unzufriedenheit darüber hat Folgen auch für das Wahlverhalten von Bürgern, so eine Umfrage. Eine Kommune in Rheinland-Pfalz versucht, dagegenzuhalten.
Die Qualität der medizinischen Versorgung treibt die Bevölkerung immer mehr um. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Hausärzteverbandes: 81 Prozent sagen demnach, dass eine gute hausärztliche Versorgung entscheidenden Einfluss auf die Wohn- und Lebensqualität in ihrer Region hat.
Diese Unzufriedenheit hat auch Auswirkungen auf die politische Grundhaltung. So geben 51 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an, dass die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung Einfluss auf ihre Wahlentscheidung hat - 14 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Auch die weiteren Aussichten sind laut der Umfrage düster: Eine große Mehrheit erwartet durch die beschlossenen Spargesetze in der gesetzlichen Krankenversicherung eine weitere Verschlechterung.
So gehen 62 Prozent von längeren Wartezeiten aus. 60 Prozent fürchten, dass die Hausärzte weniger Zeit für sie haben. "Die Menschen haben längst erkannt, was auf dem Spiel steht, und sind zunehmend besorgt. Wir brauchen ganz dringend ein Signal der Bundesregierung, dass die Politik die hausärztlichen Praxen stützt, statt sie immer weiter zu rasieren", sagt Nicola Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes.
Trotz heftiger Kritik haben Bundestag und Bundesrat das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung verabschiedet.
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In der Hausarztpraxis von Monsheim in Rheinland-Pfalz versorgen drei Ärzte ihre Patienten. Anders als andere Landärzte sind sie jedoch nicht selbstständig, sondern bei der Kommune angestellt. Die Gemeinde betreibt seit zwei Jahren die Praxis, sorgt für Ausstattung, Reinigung und Personalverträge.
Genau die Aufgaben, die Hausärztin Verena Proissl von der Gründung einer eigenen Praxis abgehalten haben. "Weil alles an einem hängt, wenn man selbstständig ist und man dann viele Wochenenden oder Abende damit verbringt, die ganzen Sachen zu organisieren", sagt sie.
Der Hausärzteverband sieht ein anderes Vorhaben durch die Sparpläne gefährdet.
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Schon immer wollte Proissl gerne als Hausärztin auf dem Land arbeiten. Einen eigenen Betrieb zu führen, mit 60-Stunden-Wochen, kam für sie aber nie in Frage. Und auch die Kosten für eine eigene Praxis hätten sie abgeschreckt, erzählt sie.
Dass viele Ärzte lieber angestellt arbeiten als sich Jahrzehnte lang mit einer eigenen Hausarztpraxis zu verschulden, hat auch der Bürgermeister von Monsheim, Ralph Bothe (SPD), beobachtet. Trotz der ländlichen Lage seiner 10.000-Einwohner-Gemeinde sei es kein Problem gewesen, Personal für die kommunal geführte Praxis zu finden. Zwei Verwaltungsangestellte übernehmen seither die Geschäftsführung.