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E-Auto-Markt: Deutschland führt bei Kaufabsicht und Ladeinfrastruktur
Studie zur Wechselbereitschaft zeigt: Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit lassen das Interesse an E-Autos wachsen. Auch in Deutschland.
Hohe Spritpreise und der Blick auf die laufenden Kosten bringen in Deutschland vergleichsweise viele Autofahrer dazu, sich vom Verbrennungsmotor zu verabschieden. Nach einer internationalen Studie des Kartendienstes Here und von SBD Automotive planen in Deutschland 27 Prozent der Besitzer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor den Wechsel direkt zu einem batterieelektrischen Elektroauto. Damit verzeichnet die Bundesrepublik vor Großbritannien und Frankreich die höchste Kaufbereitschaft für Elektroautos unter den europäischen Vergleichsmärkten.
Ausschlaggebend für einen geplanten Umstieg auf ein Elektroauto sind neben den Spritkosten vor allem niedrigere Betriebskosten sowie staatliche Förderungen und steuerliche Anreize, die für viele Verbraucher noch vor reinen Umweltaspekten rangieren. Für den anlässlich des World EV Day vorgestellten „Here-SBD EV Index 2026“ wurden Daten zur Ladeinfrastruktur analysiert und mehr als 4000 Autofahrer in acht Kernmärkten befragt.
Dass staatliche und steuerliche Vergünstigungen in der Umfrage für 36 Prozent der Befragten in Deutschland zu den wichtigsten Kaufgründen zählen, deckt sich mit den derzeitigen Förderbedingungen. Für Privatpersonen hat die Bundesregierung im Mai ein neues Programm aufgelegt, das über eine Basisförderung sowie Sozial- und Familienzuschläge einen direkten staatlichen Zuschuss von bis zu 6000 Euro für die Anschaffung eines batterieelektrischen Autos, eines Plug-in-Hybrids oder eines Fahrzeugs mit Range Extender ermöglicht.
Deutschland fördert E-Autos aber auch steuerlich: Neben der kompletten Kfz-Steuerbefreiung für reine Stromer profitieren Unternehmen von verbesserten Sonderabschreibungen bei Flottenneuzulassungen. Dienstwagenfahrer wiederum müssen den privaten Nutzungsvorteil bei rein elektrischen Fahrzeugen bis zu einem Bruttolistenpreis von 100.000 Euro monatlich mit lediglich 0,25 Prozent versteuern. Dieser Kostenvorteil macht gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner oft mehrere hundert Euro monatlich im Budget aus.
Mit den 27 Prozent Wechselwilligen setzt sich Deutschland deutlich an die internationale Spitze. Auf Rang zwei folgt Großbritannien mit 18 Prozent, während Frankreich mit 15 Prozent bereits etwas weiter zurückliegt. Im Schnitt der fünf großen europäischen Märkte Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien planen 17 Prozent den direkten Umstieg auf ein reines Elektrofahrzeug.
Besonders groß ist die Zurückhaltung in Südeuropa und Übersee: In Spanien liegt der Anteil bei 13 Prozent, in Italien und den USA wollen sogar nur jeweils 11 Prozent der Verbrenner-Fahrer als Nächstes ein batterieelektrisches Auto anschaffen. In den USA dominiert mit 46 Prozent weiterhin der Verbrenner, während in Ländern wie Spanien vor allem die Brückentechnologie „Hybridantrieb“ gefragt ist.
Dass ausgerechnet in Deutschland die Umstiegsbereitschaft so hoch ausfällt, führen die Autoren neben den wirtschaftlichen Gründen auch auf das stark gewachsene Vertrauen in das Ladenetz zurück. Im europäischen Gesamtranking der Untersuchung belegt Deutschland zwar hinter kleineren Vorreitern wie Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Dänemark und Luxemburg gemeinsam mit Österreich nur den sechsten Platz. Bei den absoluten Kapazitäten ist die Bundesrepublik jedoch führend. Mit mehr als 210.000 öffentlichen Ladestationen und über 55.000 Schnellladepunkten stellt Deutschland das größte Schnellladenetz aller untersuchten europäischen Länder. Die gesamte installierte öffentliche Ladeleistung liegt zudem um 48 Prozent höher als im zweitplatzierten Frankreich.
Beim detaillierten Blick auf die Ladeinfrastruktur offenbart Deutschland ein gemischtes Bild im Vergleich zu den beiden Spitzenreitern Norwegen und den Niederlanden, die sich mit jeweils 72,5 von 100 Punkten Platz eins teilen. Die große Stärke Deutschlands liegt in der eno