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ARD-Vorwahlumfrage für Berlin: Linke liegt hauchdünn vor der CDU
Es könnte eng werden bei der Wahl in Berlin: Die Linke liegt der ARD-Umfrage zufolge knapp vor der CDU. Das BSW muss möglicherweise vor der Fünf-Prozent-Hürde zittern.
Zehn Tage vor der Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin scheint zumindest eines klar: Berlin wird einen neuen Regierenden Bürgermeister bekommen. Kai Wegner von der CDU, der seit 2023 im Amt ist, hat seine erneute Kandidatur vor zwei Monaten zurückgezogen.
Vorausgegangen waren verschiedene Kontroversen um seine Person, etwa dazu, wie er mit dem Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres umgegangen ist. Im deutschlandweiten Vergleich war er der Regierungschef mit dem geringsten Rückhalt in der Bevölkerung.
Anderthalb Wochen vor der Wahl ergibt sich noch kein klares Bild. In der ARD-Vorwahlumfrage liegen gleich mehrere Parteien nah beieinander an der Spitze. Wenn schon am Sonntag ein neues Abgeordnetenhaus gewählt würde, dürfte die Linke demnach auf 21 Prozent hoffen - und damit auf Zugewinne gegenüber der vergangenen Wahl (12,2 Prozent).
Knapp dahinter läge die CDU mit 20 Prozent. Sie müsste derzeit mit Verlusten gegenüber 2023 rechnen (damals 28,2 Prozent). Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für die ARD von Montag bis Mittwoch unter 1.528 Wahlberechtigten in Berlin ergeben.
Wie schon in den vergangenen Wochen liegen die Parteien in Berlin enger zusammen als in allen anderen Bundesländern. Hinter Linke und CDU folgen mit knappen Abständen die AfD (18 Prozent), die aktuell doppelt so stark gesehen wird wie bei der vergangenen Wahl, und die Grünen (16 Prozent). Mit etwas Abstand folgt die SPD (12 Prozent).
Das BSW, das erstmals bei einer Abgeordnetenhauswahl in Berlin antritt, liegt derzeit bei 4 Prozent. Wie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte es spannend werden, ob das BSW den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Alle anderen Parteien, darunter auch die FDP, liegen derzeit zusammen bei 9 Prozent.
Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose. Vielmehr zeigt die Befragung die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der jedoch erst am Tag der Wahl komplett abgeschlossen ist. Deswegen können aus Umfragen nur bedingt Rückschlüsse auf den Wahlausgang gezogen werden.
Ein Grund: Viele Wählerinnen und Wähler legen sich erst kurzfristig fest und die letzte Phase des Wahlkampfs kommt noch. Jeder sechste Wahlberechtigte gibt in Berlin an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für zwei Drittel steht die Wahlentscheidung nach eigener Aussage fest. Ein weiteres Sechstel tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Liegen die farbigen Balken in der 18-Uhr-Prognose am Wahlabend ähnlich nah beieinander, dann stünde ein spannender Wahlabend bevor. Und es könnte dauern, ehe sich ein klareres Bild davon zeigt, welche Partei am Ende die Nase vorn hat.