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Apple-Chef Ternus und Marketingchef Joswiak zum neuen Falt-iPhone
In Video-Interviews geben Apples Führungskräfte Einblicke in die Entwicklung des iPhone Duo und erläutern die Strategie hinter dem komplexen Falt-Smartphone.
Journalisten von Tom’s Guide und TechRadar interviewten Apple-Chef John Ternus (3.v.li.) und Marketing-Chef Greg Joswiak (4.v.li.) nach der iPhone-Keynote.
Dass Apple sein erstes Foldable ausgerechnet mit einem Nanotextur-Display ausstattet, war eine der Überraschungen bei der Vorstellung des iPhone Duo. Zwar konnte der US-Konzern viele Details des Falt-iPhones im Vorfeld nicht geheim halten, ausgerechnet eine der auffälligsten Neuerungen blieb jedoch unter Verschluss. In zwei Video-Interviews haben der neue Apple-Chef John Ternus und Marketingchef Greg Joswiak nun Einblicke in die Entwicklung des Duo gegeben – und erklärten unter anderem Display, Bedienkonzept und den hohen Preis.
Mit Nanotextur, die Reflexionen reduziert und dem Display eine matte Oberfläche verleiht, hat Apple bereits jahrelange Erfahrung bei Macs und iPads gesammelt. Für das iPhone Duo musste das Verfahren laut Ternus allerdings neu entwickelt werden: Anders als dort wird die Nanotextur auf eine Polymeroberfläche aufgebracht. Sie soll unter anderem die Bildschirmfalte am Scharnier reduzieren, die Ternus bei Foldables der Konkurrenz kritisiert. Weitere Grundprinzipien seien Stabilität und maximale Flachheit gewesen. Apple habe deshalb Display und Scharnier Hand in Hand entwickelt, erklärten die beiden gegenüber TechRadar und Tom’s Guide.
Joswiak zufolge wurde das Duo stärker abgeschottet als andere Projekte. Selbst beim internen Codenamen habe Apple eine ungewöhnliche Wahl getroffen. Hintergrund waren offenbar auch die zahlreichen Leaks zur Bauform des Geräts.
Viel Aufmerksamkeit erhielten während und nach der Vorstellung des Duo auch die Bedienelemente. Viele Buttons, die beim klassischen iPhone oben in der Navigation Bar oder unten in der Toolbar sitzen, sind beim Duo an den rechten Bildschirmrand umgezogen. Hintergrund dieser Entscheidung sei gewesen, im aufgeklappten Zustand vertikalen Platz zurückzugewinnen, so Ternus. Ein weiterer Vorteil: Die Bedienelemente liegen sowohl im aufgeklappten als auch im zugeklappten Zustand jeweils unter dem rechten Daumen.
Ob das vielen Käufern tatsächlich mindestens 2299 Euro wert ist, bleibt offen. Nach ersten Hands-on-Eindrücken von Journalisten im Anschluss an die Keynote zeigten sich dabei auch erste Defizite des Foldables, etwa bei der Innenkamera und der Linkshänder-Bedienung. Bei der Erklärung des hohen Preises bleibt Ternus nüchtern: Das Duo sei ein komplexes und aufwendig konstruiertes Gerät und biete trotz des höheren Preises einen guten Gegenwert. Zugleich verweist er auf iPhone 18 Pro und Pro Max. Apple wolle bewusst Geräte für unterschiedliche Prioritäten anbieten.
Eine Abkehr vom klassischen Smartphone zugunsten des Foldables oder anderer Geräte sieht Ternus nicht. Auf die Frage, ob Apples neue Positionierung des iPhones als „Intelligent Personal Hub“ eine Verschiebung weg vom bisherigen Wearable-Trend bedeute, widerspricht der Apple-Chef. Wearables wie Apple Watch und AirPods blieben wichtig. Das iPhone habe aber entscheidende Vorteile, darunter seine Rechenleistung, Akkulaufzeit und das Display. Die neue Bezeichnung sei daher weniger eine Kurskorrektur als eine Beschreibung der ohnehin verfolgten Strategie.
Einen vermeintlichen Tabubruch sieht Ternus auch beim Apple Pencil nicht. Schon bei dessen Einführung für das iPad bemühten Beobachter immer wieder ein altes Zitat des Apple-Mitbegründers Steve Jobs, der einen Stift für das iPhone entschieden abgelehnt hatte. Ternus sieht den Pencil-Support des Duo dagegen als logische Erweiterung – ähnlich wie seinerzeit beim iPad. Das Foldable lasse sich aber selbstverständlich auch ohne Stift bedienen. Zu einem möglichen Pencil-Support künftiger anderer iPhones wollte sich Ternus nicht äußern. Joswiak erklärte zudem, der Name „Duo“ stehe bewusst für zwei Produkterfahrungen in einem Gerät.
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