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Griechische Reeder: Verschwiegen, einflussreich, risikofreudig
Trotz weltweiter Krisen boomt das Geschäft der griechischen Reeder. Das kleine Land liegt bei den Transportkapazitäten weltweit auf Platz 1. Doch immer wieder sind die Reeder auch in Grauzonen unterwegs.
Georgios Prokopiou ist einer der mächtigsten griechischen Reeder. Auch wenn der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus seit dem Iran-Krieg fast zum Erliegen gekommen ist, hat der 80-jährige Milliardär mit seinen Schiffen mehrmals den blockierten Seeweg passiert. Vor kurzem brüstete er sich damit, dass Griechenland in der Tradition stehe, seit der Antike Blockaden zu brechen.
Prokopiou ist nicht der einzige griechische Reeder, der das gefährliche Unterfangen wagt. Antonis Ntalakogiorgos von der Panhellenischen Seemannsgewerkschaft verurteilt diese Fahrten. Die Reeder spielten mit dem Feuer. "Sie setzen das Leben ihrer Besatzungen aufs Spiel, und das ist inakzeptabel und verbrecherisch", sagt er.
Doch für die Reeder scheint sich das Risiko zu lohnen, so Max Johns, Professor für maritimes Management an der Hamburg School of Business Administration. Für die Fahrten könne man zurzeit mit größeren Tankern bis zu 500.000 Dollar am Tag verdienen. Das sei bis zu das Zehnfache dessen, was man normalerweise mit solchen Fahrten verdiene.
FAQ
18.06.2026
Die Straße von Hormus ist wieder offen. Doch bis Ölexporte und Schifffahrt sich normalisieren, dauert es.
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Die Aufträge für neue Schiffe und die Übernahmen älterer Schiffe von griechischen Reedern werden 2026 die Marke von über 14 Milliarden Euro übersteigen, so Medienberichte. Obwohl Griechenland nur gut zehn Millionen Einwohner hat, liegt es bei den weltweiten Transportkapazitäten vorne. 5.800 Tanker, 458 Millionen Tonnen Kapazität pro Jahr - das entspricht etwa dem Vierfachen des jährlichen Güterumschlags im Hamburger Hafen.
Der griechische Journalist Giorgos Fokianos, der auf Schifffahrtsthemen spezialisiert ist, erklärt: "Wenn man sich vorstellt, dass Griechenland 20 Prozent der globalen Transportkapazitäten besitzt, dann wird klar, dass wir es mit enormen Geldsummen zu tun haben."
Die entscheidende Frage für Reedereien ist derzeit, wann sich der Schiffsverkehr am Golf wieder normalisiert.
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Die Reeder sorgen für acht Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts. Über 200.000 Arbeitsplätze hängen an ihnen. Außerdem haben sie viele Stiftungen, agieren als Mäzene für den Bau von Schulen und Krankenhäusern.