// STADT-BREMERHAVEN — HARDWARE & GADGET
The Blood of Dawnwalker: Vampirabenteuer im Test
von Oliver Posselt
12. Sep. 2026 |
0
The Blood of Dawnwalker hat vor kurzem einen ziemlich erfolgreichen Start hingelegt. Das Spiel stammt von Rebel Wolves, einem Studio, zu dem ehemalige CD-Projekt-Red-Entwickler gehören. Dass dort Leute mit Erfahrung aus The Witcher 3 sitzen, merkt man quasi direkt, nachdem man das Rollenspiel gestartet hat. Düstere Dörfer, schwierige Entscheidungen und Menschen, die oft mindestens genauso unangenehm sind wie die eigentlichen Monster. Ich habe mir das Ganze nun eine Weile auf der PlayStation 5 Pro angeschaut und mir einen Eindruck verschafft. Die Verwandtschaft zu Geralt ist offensichtlich (bspw. Musik/Gesänge beim Questabschluss), doch gerade beim Umgang mit Zeit und den Vampirfähigkeiten bringt das Spiel eigene Ideen mit.
Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube (öffnet in neuem Tab).
Bitte aktiviere JavaScript in deinem Browser, um diesen Inhalt zu laden.
Doch worum geht es denn überhaupt? Ihr übernehmt Coen, der im Tal Vale Sangora unter die Räder einer neuen Herrschaft gerät. Vampire haben dort das Kommando übernommen. Die alten Machthaber waren allerdings auch keine Wohltäter, was die Angelegenheit etwas komplizierter macht. Brencis und sein Gefolge versprechen eine andere Ordnung, verlangen dafür aber Blut. Coens Familie gerät in Gefahr und er selbst wird zum Dawnwalker. Zu was? Tagsüber Mensch, nachts Vampir. Nach dem Prolog, der euch in die Geschichte einweiht, bleiben euch 30 Tage, um eure Familie zu retten.
Was zunächst nach der üblichen Rettungsaktion klingt, lebt vor allem von den Figuren. Die haben eigene Interessen und sind nicht einfach nur Auftraggeber mit einem Ausrufezeichen über dem Kopf. Auch auf der vermeintlich richtigen Seite findet ihr genügend Leute, deren Methoden man nicht unbedingt unterstützen möchte. Das gefällt mir. Dawnwalker macht es einem selten so einfach, eine Entscheidung als eindeutig gut abzuhaken. Gelegentlich trägt das Spiel bei seinem Elend allerdings auch etwas dick auf. Eine besonders fröhliche Reise sollte hier niemand erwarten.
Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube (öffnet in neuem Tab).
Bitte aktiviere JavaScript in deinem Browser, um diesen Inhalt zu laden.
Die 30 Tage sind der interessanteste Teil des Spiels. Keine Sorge, da läuft nicht permanent eine Uhr herunter, während ihr euch in Ruhe umschaut. Zeit wird bei bestimmten Aktionen verbraucht, etwa beim Erledigen von Aufgaben oder beim Lernen neuer Fähigkeiten. Frei durch die Gegend laufen und erkunden könnt ihr dagegen ohne diesen Druck.
Das klingt nach einem kleinen Unterschied, verändert aber den Umgang mit der offenen Welt. Normalerweise sammelt man in solchen Spielen erst einmal sämtliche Nebenquests ein und arbeitet sie irgendwann ab. Hier überlegt ihr, ob eine Aufgabe den Aufwand wert ist. Helfe ich jemandem, verbessere ich meine Fähigkeiten oder kümmere ich mich um Unterstützung für den Kampf gegen Brencis? Alles hat seinen Nutzen, aber eben auch einen Zeitaufwand.
Mir gefällt dieser Ansatz, weil Nebenaufgaben dadurch mehr Gewicht bekommen. Man entscheidet nicht nur, wie man etwas erledigt, sondern auch, was liegen bleibt. Wer grundsätzlich jede Karte komplett leerräumen möchte, muss sich darauf einlassen. Ganz gleichmäßig funktioniert der Druck allerdings nicht. Sobald sich brauchbare Wege zum Finale öffnen, verliert die Frist etwas von ihrem Schrecken. Die Idee ist stärker als ihre Balance, macht das Abenteuer aber trotzdem persönlicher als die nächste endlose Aufgabenliste. Wer sich von der Zeit zu sehr unter Druck gesetzt fühlt und sich nur auf die Hauptquest konzentriert, wird jedoch merken, dass diese zum Teil bockschwer sein kann, wenn man das erforderliche Level noch nicht hat. Ein bisschen Grind muss als