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Stratosphären-Mobilfunkbasisstation hat 30.000 Kilometer langen Testflug abgeschlossen
Eine Stratosphären-Plattform von Sceye ist nach einem 30 Tage dauernden Flug von New Mexico nach Japan und zurück in die USA zurückgekehrt. Über Japan testeten Sceye und SoftBank mobile Breitbandverbindungen zu unveränderten Smartphones, Drohnenkommunikation und Datenverarbeitung direkt an Bord. Die Versuche blieben räumlich, zeitlich und bei den verwendeten Geräten begrenzt.
Muroto (Japan). Mobilfunknetze beruhen bisher vor allem auf Basisstationen am Boden, während Satelliten große Gebiete aus dem All versorgen. High Altitude Platform Stations (HAPS) sollen eine zusätzliche Ebene dazwischen schaffen. Solche unbemannten Plattformen können in der Stratosphäre über einem Zielgebiet bleiben und von dort Mobilfunkdienste bereitstellen.
Wie belastbar dieses Konzept über große Entfernungen ist, hat das US-Unternehmen Sceye nun mit seiner Mission Service Test 1 (ST1) erprobt. Die Plattform startete am 9. August 2026 in New Mexico und erreichte am 23. August nach mehr als 15.000 Kilometern den japanischen Luftraum. Vor der Küste von Muroto in der Präfektur Kochi blieb sie anschließend für die Kommunikationstests in einem festgelegten Einsatzgebiet.
Während der Versuche arbeitete ST1 nach Angaben von Sceye in etwa 16,5 bis 17 Kilometern Höhe. Die Positionshaltung erreichte dabei zeitweise einen Radius von nur fünf Kilometern. Dieser Wert beschreibt, wie eng die Plattform um ihr vorgesehenes Einsatzgebiet gehalten wurde, und nicht die Reichweite ihres Mobilfunksignals.
Für die Tests trug die Plattform eine einer 4G-LTE-Basisstation entsprechende Mobilfunktechnik. Sie war über ein Bodengateway mit dem Kernnetz der SoftBank Corp. verbunden. Mit normalen Smartphones konnten die Tester nach Angaben der Unternehmen Sprachanrufe, Textnachrichten, Apps, Videoanrufe und Videostreaming nutzen. Erprobt wurden außerdem Erdbeben- und Tsunamiwarnungen sowie Anrufe bei der japanischen Seenotrufnummer 118 in Zusammenarbeit mit der Japan Coast Guard.
Ein weiterer Versuch verband eine Drohne über die Stratosphären-Plattform. SoftBank zufolge ließen sich dabei die automatisierte Flugsteuerung, Positionsdaten und Videoübertragung stabil über HAPS abwickeln. Solche Verbindungen könnten künftig etwa bei Katastrophen helfen, wenn Drohnen Schäden erfassen oder schwer erreichbare Gebiete überfliegen.
Zusätzlich installierten die Partner Rechen- und Kernnetzfunktionen direkt auf der Plattform. Für diese Datenverarbeitung an Bord nennt SoftBank eine mittlere Hin- und Rücklaufzeit von 68 Millisekunden. Gegenüber einer Verarbeitung über eine mit dem Internet verbundene Cloud sei die Latenz um mehr als 40 Prozent gesunken. Die Einstufung dieses Versuchs als weltweit erste HAPS-Demonstration dieser Art beruht auf einer eigenen Recherche von SoftBank.
„Das markiert einen wichtigen Schritt hin zur Kommerzialisierung von HAPS“, erklärt Junichi Miyakawa, Präsident und CEO der SoftBank Corp.
Nach Abschluss der Tests über Japan flog ST1 über den Pazifik zurück. Die Plattform erreichte am 4. September wieder das amerikanische Festland und am 5. September den Luftraum nahe dem Sceye-Standort Moriarty in New Mexico. Dort folgten weitere Tests sowie die geplante Beendigung des Fluges und der Sinkflug. Insgesamt dauerte die Mission 30 Tage und umfasste nach Angaben von Sceye nahezu 30.000 Kilometer.
Der Langstreckenflug und die Kommunikationsversuche zeigen damit mehrere Funktionen in einer gemeinsamen Mission. Sie belegen aber noch keinen großflächigen kommerziellen Dauerbetrieb. SoftBank weist selbst darauf hin, dass Dauer, Gebiet und Gerätezahl der Kommunikationstests begrenzt waren. Das Unternehmen will die gewonnenen Daten nun für weitere Betriebs- und Netztests nutzen und strebt eine kommerzielle Einführung von HAPS-Diensten in Japan ab 2027 an.