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Kupferpreis auf Rekordhoch: Warum es für Verbraucher teuer werden könnte
Kupfer kostet so viel wie nie. US-Zollsorgen, KI, Stromnetze und E-Autos treiben den Kupferpreis. Wo der Preisschub für Verbraucher spürbar werden könnte - vom Bauen bis zur Stromrechnung.
Kupfer steckt im Stromkabel - genauso wie im Elektroauto, in der Wärmepumpe oder im Smartphone. Und dieser Alltagsrohstoff ist derzeit so teuer wie nie. An der Londoner Metallbörse LME stieg der Preis in dieser Woche auf rund 14.800 Dollar je Tonne; seit Jahresbeginn beziffert sich der Zuwachs bereits auf rund 19 Prozent.
Ein wichtiger Grund für die starken Preissteigerungen liegt derzeit in den USA. Händler schaffen große Mengen Kupfer dorthin - aus Sorge, dass US-Präsident Donald Trump neue Importzölle verhängen könnte. Es gebe zwar zurzeit keinerlei Informationen dazu, ob und wann die US-Administration Kupfer-Zölle einführen könnte, sagt Thu Lan Nguyen, Leiterin Rohstoff- und Devisenanalyse bei der Commerzbank, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. "Aber der Markt spekuliert momentan darauf."
Die US-Kupferimporte erreichten zuletzt einen Rekordwert. Allein im Juli waren es mehr als 220.000 Tonnen. Die Folge: Ein zunehmender Teil des Metalls landet in amerikanischen Lagern. "Damit wird dem Rest der Welt Kupfer entzogen", so Nguyen. Die Kupferbestände in den LME-Lagerhäusern sind seit Ende Mai um fast 40 Prozent gefallen.
Ein weiteres Risiko für das ohnehin angespannte Angebot sind Wetterextreme. Im August traf ein schwerer Sturm mit Überschwemmungen mehrere chilenische Kupferminen, in einigen musste sogar der Betrieb gestoppt werden. "Alle reden vom Monster El Niño", betont Rohstoffexperte Martin Brückner von Matflixx im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Das Klimaphänomen erhöhe in Chile das Risiko für viel Regen und starke Stürme - und das beeinträchtige die Arbeit in den Kupferminen.
Das ist besonders relevant, weil Chile der größte Kupferproduzent der Welt ist. Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) kamen 2025 rund 5,3 Millionen Tonnen Kupfer aus chilenischen Minen - knapp ein Viertel der weltweiten Förderung.
Doch hinter dem Rekord steckt auch eine längerfristige Entwicklung: Die Welt braucht immer mehr Kupfer. Die Internationale Energieagentur spricht bereits vom "Zeitalter der Elektrizität": Von 2026 bis 2030 soll der jährliche Zuwachs der weltweiten Stromnachfrage im Schnitt 50 Prozent höher ausfallen als im vergangenen Jahrzehnt.
Immer mehr Strom muss also erzeugt, transportiert und verteilt werden - und genau dafür ist Kupfer ein Schlüsselrohstoff. "Die Welt wird elektrifiziert, und Kupfer elektrifiziert eben die Welt. Kupfer ist der zweitbeste Leiter von Strom, Silber ist der beste, aber Silber ist auch rund 150-mal teurer", betont Rohstoffexperte Brückner.
Je mehr Strom erzeugt, verteilt und genutzt wird, desto mehr Kupfer wird gebraucht - für Netze, Kabel, Transformatoren. Die Internationale Energieagentur sieht deshalb gerade den Ausbau der Stromnetze als einen der wichtigsten Treiber der Kupfernachfrage. In ihrem aktuellen Rohstoffausblick erwartet sie bis 2040 einen zusätzlichen Kupferbedarf von rund sieben Millionen Tonnen.
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