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Rokid AI Glasses im Test: Lohnen sich die smarten KI-Brillen für 700 Euro?
Die leichten AR-Brillen bieten praktische Live-Übersetzungen und KI-Features via ChatGPT, schwächeln jedoch bei Akkulaufzeit und Datenschutz.
Brauchen wir in Zukunft noch unser Smartphone in der Hand? Oder läuft alles bequem über eine vernetzte AR-Brille? Die Technik ist verlockend, schließlich lassen sich Informationen direkt im Sichtfeld abrufen. Doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre – die Technologie steckt in den Kinderschuhen. Mit seinen neuen AI Glasses will der chinesische Hersteller Rokid einen Schritt in diese Richtung machen. Kostenpunkt: rund 700 Euro. Lohnt sich das?
Box & Zubehör: Das kleine Paket enthält ein passendes Etui, ein Brillentuch sowie ein Ladekabel mit magnetischer Halterung. Zwei zusätzliche Nasenpads liegen bei. Um diese an der Brille auszutauschen, benötigt ihr jedoch einen sehr kleinen Schraubenzieher, der nicht enthalten ist.
Design und Verarbeitung: Grundsätzlich sehen die Rokid AI Glasses aus wie eine recht gewöhnliche Brille. Auffällig ist besonders der etwas breitere Rahmen und natürlich seht ihr eine Kameralinse in einer Ecke. Das gute Stück misst 155 mm x 49 mm x 44 mm und wiegt gerade mal 49 Gramm, ist also ein echtes Leichtgewicht.
Rokid setzt dabei auf ein Waveguide-Display. Damit werden digitale Bilder ins transparente Sichtfeld projiziert, sodass die virtuellen Inhalte (zum Beispiel die Navigation) aus eurer Perspektive direkt über die reale Welt gelegt werden.
Angetrieben wird das Ganze von einem Snapdragon AR1 Gen 1-Chip, 2 GB RAM, 32 GB Speicherplatz und einem 210 mAh großen Akku. Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.3 werden unterstützt, als Kamera ist eine 12 MP IMX681 von Sony verbaut, die über eine Auflösung von 3.024 x 4.032 verfügt. Mit dieser lassen sich Bilder und Videos aufzeichnen. Ebenso gibt es vier Mikrofone zur Spracherfassung und zwei Lautsprecher.
Performance, Tasten und Tippgefühl: Zur Darstellung der Inhalte verwendet Rokid ein Micro-LED-Display mit einer Auflösung von 640 x 480 und einem Sichtfeld von 30 Grad, die Helligkeit beträgt maximal 1.500 Nits. Ihr könnt die Leuchtkraft zwar anhand von bis zu 15 Stufen anpassen, eine automatische Anpassung an die Umgebung gibt es jedoch leider nicht.
Was seht ihr darauf genau? Nun, es sind zumindest keine komplexen Darstellungen. Ihr bekommt einfache Grafiken und grüne Schrift zu sehen, was so ähnlich wirkt wie bei einem klassischen Computer. Videos oder Fotos können so zum Beispiel nicht dargestellt werden, vielmehr kommen hier die Navigationsfunktion (via Google Maps auf eurem Smartphone) oder das Teleprompter-Feature zum Einsatz.
Bedenken solltet ihr nur, dass Rokid vor einer Verwendung beim Autofahren oder in nicht so gut beleuchteten Umgebungen warnt. Benötigt ihr jedoch eine Wegführung, wenn ihr zu Fuß unterwegs seid und nicht ständig nach unten aufs Handy gucken möchtet, leistet die Funktion gute Dienste.
Für den Teleprompter könnt ihr in der Rokid-App Texte abspeichern, die dann vor euren Augen angezeigt und in der von euch gewünschten Geschwindigkeit abgespielt werden. Ihr müsst dann theoretisch nur noch das ablesen, was ihr vorher eingegeben habt. Wenn euch jemand gegenüber sitzt, lässt sich jedoch das leicht grüne Leuchten des Displays auf der Brille ausmachen.