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Bildungsmonitor 2026: Mehr Aufsteiger, mehr Absteiger
Der aktuelle Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zeigt: Das Bildungsniveau sinkt, die Schere zwischen höher Gebildeten und Bildungsfernen wächst. Fast jeder fünfte junge Erwachsene hat keinen Abschluss.
Die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2026 seien "ein Armutszeugnis für den Bildungsstandort Deutschland", sagt Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Das als wirtschaftsnah geltende INSM hat den Monitor in Auftrag gegeben.
Die Studie soll einen Blick auf die deutsche Bildungslandschaft "aus einer explizit ökonomischen Perspektive" werfen, wie die Studienmacher es nennen. Dieser Blick zeigt wenig Licht und viel Schatten.
"Das Schwierige ist: das Bildungsniveau sinkt in Deutschland allgemein", so Alsleben. Dabei sieht es auf den ersten Blick gar nicht danach aus. Rein nominell übersteigt die Zahl der sogenannten "Bildungsaufsteiger" die der "Bildungsabsteiger" deutlich. Doch das ist nicht das ganze Bild, ein genauerer Blick auf die Daten lohnt.
Bildungsaufsteiger sind per Definition Menschen, die einen höheren Bildungsabschluss erworben haben als ihre Eltern. Absteiger hingegen erreichen nicht dasselbe Niveau wie Mutter oder Vater. 2004 noch waren 23 Prozent in der Altersgruppe zwischen 35 und 44 Jahren "Bildungsaufsteiger". 2024 war ihr Anteil auf 29,1 Prozent gestiegen. Doch gleichzeitig wuchs die Zahl der "Bildungsabsteiger". Von gerade einmal 3,7 Prozent im Jahr 2004 auf 7,6 Prozent im Jahr 2024. Dennoch sind diese Zahlen nicht dramatisch.
Im Saldo bleibt - zumindest nominell - ein Zuwachs an Bildung quer durch die Gesellschaft, gemessen am Abschluss. Dieser Trend ist seit mindestens zwei Jahrzehnten stabil. Gleichzeitig aber sinkt das Bildungsniveau von Schülern kontinuierlich, konstatieren die Studienmacher. Zu diesem Ergebnis kommen auch andere Tests wie die groß angelegte PISA-Studie ebenfalls seit Jahren. Zwei gegenläufige Trends also.
Die Autoren des Bildungsmonitors sehen Verbesserungspotential insbesondere bei "bildungsfernen Schichten". Eine Zahl hält INSM-Geschäftsführer Alsleben in diesem Zusammenhang für besonders alarmierend: 18,8 Prozent. Es sei "beschämend, dass fast ein Fünftel der Menschen ohne Abschluss ist".
Ein Leben ohne Berufsabschluss bedeute für die Betroffenen deutlich schlechtere Einkommenschancen. Und für die Wirtschaft sind die fast 20 Prozent der Menschen ohne Abschluss ein nennenswerter Teil der Bevölkerung, der nicht als sogenannte "Fachkraft" in Frage kommt.
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"Ein Grund ist, dass wir zu wenig frühkindliche Bildung haben", sagt Alsleben. Diese sei aber immer wichtiger geworden, seit es vermehrt Kinder aus bildungsfernen Schichten gebe. Diese hätten dann schlechtere Startchancen. Der Weg in ein Leben ohne Berufsabschluss ist so für viele also schon vorgezeichnet.