// STADT-BREMERHAVEN — LINUX & OPEN SOURCE
Vorssaint bekommt Dynamic Island und Verbesserungen für den Mac
von Carsten Knobloch
15. Sep. 2026 |
1
Manchmal staune ich wirklich, was für gute Software hier und da noch aufploppt. Eine davon ist Vorssaint. Eine Open-Source-Sammlung von Werkzeugen unter einer Oberfläche, die wirklich stramm wächst (und zurecht hier schon des Öfteren erwähnt wurde)
Da ist so unfassbar viel mit drin, da kann ich fast im Wochentakt drüber schreiben. Der Nachteil für Einsteiger: Die Lernkurve steigt, aber mittlerweile bietet Vorssaint ein gutes Onboarding mit Essential-Packs und so an. Nun mal ausnahmsweise etwas über die Beta, damit ihr schon wisst, was bald passiert.
Mit der Version 3.4.0-beta.1 steht ein ein frisches Vorab-Update bereit. Größter Schwerpunkt der Aktualisierung ist eine eigene Dynamic Island. Das Element lässt sich optional auf Macs mit oder ohne Kamera-Notch nutzen, ist nach dem Update standardmäßig aber erst einmal in den Einstellungen ausgeschaltet.
Einmal aktiviert, dockt sich die Leiste neben der Kamera an und bündelt verschiedene Statusanzeigen und Bedienelemente. Bei der Musikwiedergabe stehen Spulen, die Warteschlange sowie synchronisierte Songtexte zur Verfügung, wobei Musik-Apps Vorrang vor Videos im Browser erhalten. Die Online-Suche nach Songtexten erfordert eine separate Zustimmung und überträgt laut Entwickler lediglich Titel, Interpret, Album sowie Dauer, aber keinen Ton.
Dazu integriert die Leiste Timer und Fokuszyklen, die auch den Mac-Ruhezustand überstehen und Tonhinweise bis zu fünf Minuten lang wiederholen können. Ebenfalls mit von der Partie sind eine Monatsansicht für Termine, gespiegelte Benachrichtigungen mit optionalem Leeren beim Sperren des Rechners, eine Überwachung von Downloads aus festgelegten Ordnern, Datei-Ablagen samt ZIP-Erstellung und Medienkonvertierung.
Statusanzeigen für Lautstärke, Display-Helligkeit oder Tastaturbeleuchtung teilen sich eine einheitliche schwarze Oberfläche. Die Bedienung klappt per Maus, Tastaturnavigation oder Gesten samt Trackpad-Feedback. Gefühlt 1.000 Sachen, die ihr euch da reinballern könnt.
Abseits der Dynamic Island gibt es ein paar weitere Anpassungen: Die Ablage Shelf nimmt Anhänge aus anderen Programmen per Drag-and-drop unter Beibehaltung der Dateinamen an. Der App Switcher kann auf Wunsch nur noch Fenster auf jenem Monitor anzeigen, auf dem sich der Mauszeiger befindet.
Für die Display-Helligkeit lassen sich eigene Tastaturkürzel festlegen, im Scratchpad öffnen und schließen Command-T sowie Command-W neue Tabs, und das Screenshot-Tool erhält anpassbare Editor-Shortcuts samt Tastaturfokus für Vorschaufenster. Das Beta-Release lässt sich direkt über das GitHub-Repository des Projekts beziehen.
Das ist natürlich kein Rat auf die Beta umzusatteln, sondern lediglich der Service-Kram, was ihr erwarten könnt. Ich behaupte jetzt einfach mal: Wer so etwas wie Tinycast und Vorssaint im Verbund nutzt, der dürfte schon 90 % der Komfort-Tools unter einer Haube haben - quelloffen und kostenlos. Muss man sich aber mal an einem ruhigen Abend mit beschäftigen, damit man den Dreh raus hat.