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BPA schwächt die Insulinempfindlichkeit bereits nach wenigen Tagen
Bisphenol A (BPA) kann die Insulinempfindlichkeit des Körpers offenbar schon innerhalb weniger Tage verringern. In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 40 gesunden, normalgewichtigen Erwachsenen sank die periphere Insulinsensitivität nach fünf Tagen BPA-Gabe um rund neun Prozent. Die kleine und überwiegend junge Stichprobe begrenzt jedoch die Übertragbarkeit.
San Luis Obispo (U.S.A.). Bisphenol A ist eine Industriechemikalie, die unter anderem für Kunststoffe und Epoxidharze verwendet wird. Beobachtungsstudien haben höhere BPA-Belastungen wiederholt mit Stoffwechselstörungen und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Ob BPA die Reaktion des menschlichen Körpers auf Insulin direkt verschlechtern kann, war bisher aber nicht experimentell geklärt.
Auch die regulatorische Einordnung ist uneinheitlich. Im US-System IRIS wird für BPA weiterhin eine orale Referenzdosis von 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag geführt, die zuletzt 1988 aktualisiert wurde. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzte ihren tolerierbaren täglichen Aufnahmewert für BPA aus Lebensmitteln 2023 dagegen auf 0,2 Nanogramm pro Kilogramm und Tag. Diese Kennwerte stammen aus unterschiedlichen Bewertungsverfahren und sind nicht direkt gleichzusetzen. Seit Dezember 2024 ist BPA in der EU zudem in Lebensmittelkontaktmaterialien weitgehend verboten.
Forscher der California Polytechnic State University (Cal Poly) um Adam D. Seal haben nun erstmals in einer kontrollierten mehrtägigen Humanstudie direkt geprüft, wie sich BPA auf die periphere Insulinsensitivität auswirkt. Dafür nahmen 40 wenig aktive, ansonsten gesunde Erwachsene mit Normalgewicht teil. Ihr Durchschnittsalter lag bei 21,3 Jahren, 22 waren Frauen und 18 Männer.
Zunächst erhielten alle Teilnehmer zwei Tage lang eine energiebilanzierte Ernährung mit möglichst wenig BPA. Danach wurden sie doppelblind und zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Eine Gruppe nahm fünf Tage lang täglich 50 Mikrogramm BPA pro Kilogramm Körpergewicht ein, die andere erhielt ein Placebo. Beide Gruppen bekamen weiterhin dieselbe kontrollierte Ernährung.
Die Insulinempfindlichkeit bestimmten die Wissenschaftler mit einem euglykämisch-hyperinsulinämischen Clamp. Bei diesem aufwendigen Verfahren werden Insulin und Glukose kontrolliert zugeführt, um zu messen, wie gut das Körpergewebe unter Insulineinfluss Glukose aufnimmt. Die Methode gilt als besonders direkte Messung der peripheren Insulinwirkung.
Nach fünf Tagen war die periphere Insulinsensitivität in der BPA-Gruppe im Mittel um 0,02 mg/kg/min/µU/mL gesunken. In der Placebogruppe stieg sie im gleichen Zeitraum um denselben Betrag. Der Unterschied zwischen den zeitlichen Veränderungen war statistisch signifikant. Die Autoren beziffern den Rückgang unter BPA insgesamt auf rund neun Prozent.
Andere Messwerte veränderten sich dagegen nicht eindeutig zwischen den Gruppen. Das galt unter anderem für Körpergewicht, Nüchternglukose, den HOMA-IR als indirekten Marker der Insulinresistenz, die Insulinsensitivität des Fettgewebes, freie Fettsäuren und Estradiol. Die Daten sprechen deshalb für einen spezifischen Effekt auf die periphere Insulinwirkung, lassen den betroffenen Gewebemechanismus aber noch offen.
„Angesichts dessen, dass Diabetes in den USA zu den führenden Todesursachen zählt, ist es entscheidend, selbst die kleinsten Faktoren zu verstehen, die zu der Krankheit beitragen. Wir waren überrascht zu sehen, dass eine Verringerung der BPA-Exposition, etwa durch Edelstahl- oder Glasflaschen und BPA-freie Konservendosen, das Diabetesrisiko senken könnte. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der von der US-EPA als sicher geltende Wert möglicherweise überdacht werden sollte und dass Gesundheitsdienstleister ihren Patienten solche Veränderungen empfehlen könnten“, erklärte Todd Hagobian von der California Polytechnic State University (Cal Poly) bereits 2024 bei der Vorstellung vorläufiger Daten aus demselben Forschungsprojekt.
Die Stud