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Studie: Hummeln lösen Probleme spontan – erste Beobachtung bei Wirbellosen
Forschern der Uni Oulu gelang es, spontanes Problemlösen bei Hummeln zu belegen. Das wurde damit erstmals bei einem wirbellosen Tier nachgewiesen.
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Forschenden der Universität Oulu ist es gelungen, spontanes Problemlösen bei Hummeln zu belegen. Das ist nach Angaben der Autoren das erste Mal, dass diese Fähigkeit bei einem Wirbellosen nachgewiesen wurde. Die Studie von Bhambore et al. erschien im Fachjournal Science. Sie ist Teil einer wachsenden Reihe von Wissenschaftsberichten über kognitive Fähigkeiten bei Insekten. Geleitet wurde sie von Olli Loukola, Verhaltensökologe an der Universität Oulu, der seit über einem Jahrzehnt zur Kognition von Hummeln forscht.
Der Versuch war in zwei Phasen aufgeteilt. Zunächst lernten die Tiere zwei voneinander unabhängige Dinge: Ein Styroporball lässt sich verschieben; ein blauer Ring steht für Futter. Beide Assoziationen wurden getrennt trainiert – die Verbindung zwischen ihnen mussten die Hummeln selbst herstellen.
Im eigentlichen Test befanden sich Ball und Kunstblume gleichzeitig in einer Plexiglasarena. Die Blume hing an der Decke, zu hoch zum Anfliegen. Die naheliegende Lösung – den Ball unter die Blume rollen, darauf klettern, Futter kassieren – hatten die Tiere nie zuvor gesehen. Mehr als 70 Prozent der Hummeln kamen dennoch darauf.
Ob es sich dabei um echtes Problemlösen handelt oder um zufälliges Herumprobieren, versuchten die Forscher mit mehreren Kontrollbedingungen zu klären. In einer Variante mit Sichtbarrieren war die Blume für die Hummeln nicht sichtbar, während sie den Ball bewegten – sie rollten ihn dennoch zielgerichtet. In einer weiteren Variante mit drei hintereinander geschalteten Kammern mussten die Tiere den Ball durch mehrere Öffnungen manövrieren, bevor sie überhaupt zur Blume gelangen konnten. Auch hier löste ein nennenswerter Anteil die Aufgabe.
Als einziger statistisch signifikanter Verhaltensindikator für Erfolg erwies sich, wie häufig eine Hummel zuvor die Blumenseite der Arena inspiziert hatte. Die Autoren werten das als Hinweis auf zielgerichtetes Handeln.
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Was die Studie von einem Großteil bisheriger Forschung unterscheidet, ist der methodische Ansatz. Untersuchungen zum Problemlösen bei Tieren – darunter Schimpansen, Krähen und Papageien – arbeiteten bislang typischerweise mit Tieren, die bereits umfangreiche Erfahrung mit ähnlichen Aufgaben hatten. Sie wurden über längere Zeiträume mit Puzzles und Werkzeugaufgaben konfrontiert, bevor die eigentliche Testsituation folgte. Ob das resultierende Verhalten dann als echtes spontanes Problemlösen gelten kann, ist in der Forschung umstritten.