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Social Media für Kinder: 12 Organisationen sprechen sich gemeinsam gegen ein Verbot aus
Ein Bündnis aus 12 Organisationen bzw. Verbänden hat sich zu einem potenziellen Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche positioniert. Neben dem Branchenverband Bitkom e. V., der natürlich kommerzielle Interessen seiner Mitglieder vertritt, zählen zu den Unterzeichnern der Erklärung aber auch der AWO Bundesverband, der Bundeselternrat, die Bundesschülerkonferenz, der BVDW, die Initiative D21, Ecpat, eco, fragFINN, FSM, die Kindernothilfe e. V. sowie der Montessori Bundesverband Deutschland e. V.
Es sind also auch nicht-kommerzielle Interessengemeinschaften dabei. Letzten Endes bezieht man gegen ein pauschales Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche Stellung. Stattdessen fordert man optimierte Schutzmaßnahmen. Schutz, Befähigung und Teilhabe sollen also zusammenspielen. Jugendschutzfilter, Ausblendung sexualisierter und gewalttätiger Inhalte, Verhinderung von Mobbing und auch das Abschalten personalisierter Werbung sowie die Reglementierung der Kontaktfunktionen sollen Bausteine sein. Kinder und Jugendliche könnten wiederum aber die Medienkompetenz fürs Leben, die auch Social Media einbezieht, nur durch aktiven Kontakt erlernen.
Zentrale Punkte der in dieser Woche veröffentlichten Erklärung sind daher eben, dass es keinen pauschalen Ausschluss geben soll und mehr Medienkompetenz in Schule und Elternhaus vermittelt werden soll. Lehrkräfte sollten etwa besser qualifiziert und Eltern stärker unterstützt werden. Zudem fordern die 12 Organisationen eine Stärkung kindgerechter Angebote. Mit dem Digital Services Act gebe es zudem schon ein passendes Regelwerk, das gemeinsam mit bestehenden Jugendmedienschutz-Vorgaben wirksam angewendet und kontrolliert werden müsse.
Illegale Inhalte müssten zudem schneller gemeldet und bearbeitet werden. So wünscht man sich etwa, dass mehr Trusted-Flagger anerkannt werden. Zudem schlägt man eine „verhältnismäßig“ eingesetzte Altersverifikation vor. Zu den weiteren, größtenteils sehr allgemein gehaltenen, Forderungen zählen auch noch beispielsweise eine Stärkung und nachhaltige Finanzierung von außerschulischen Angeboten zur Medienkompetenzvermittlung sowie die Stärkung und Durchsetzung der Plattformaufsicht durch Aufstockung des Personals der Koordinierungsstelle für digitale Dienste (DSC), der EU-Kommission (als Aufsichtsbehörde für „sehr große Online-Plattformen“) und der Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten (KidD).
Ergänzend wünscht man sich z. B. eine bundesweite Informationskampagne für Kinder, Eltern und Lehrkräfte zu den bestehenden (technischen) Schutzmechanismen.
Meine Meinung als Medienpädagoge? Ein Verbot halte ich ebenfalls nicht für zielführend, da es das Erlernen von Medienkompetenz nur erschwert und zudem allgemeine Überwachungsmechanismen zementiert. Allerdings werden kurzfristige Maßnahmen allesamt wenig bringen. Es wird einen langen Atem und fortwährende Investitionen benötigen, um eine verantwortungsvolle und altersgerechte Social-Media-Nutzung zu gewährleisten. Dafür müssten Eltern, Kinder und Jugendliche, Lehrer und Pädagogen sowie die Politik und auch die Plattformen alle an einem Strang ziehen. Genau das wird ein langwieriger und schwieriger Balanceakt, da jede Gruppe eigene Interessen und Bedürfnisse einbringt.
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