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Überraschende Diagnose für monatelange Halluzinationen einer Frau entdeckt
Vier Monate lang litt eine 52-jährige Frau auf den Philippinen unter Kopfschmerzen und visuellen Halluzinationen, später kamen ausgeprägte Sprachstörungen hinzu. Hirnaufnahmen zeigten schließlich zahlreiche Zysten mit Larven des Schweinebandwurms, und nach einer kombinierten Behandlung gegen die Parasiten und vermutete epileptische Anfälle verschwanden die Beschwerden innerhalb eines Monats.
Manila (Philippinen). Eine Neurozystizerkose entsteht, wenn Menschen Eier des Schweinebandwurms Taenia solium aufnehmen und sich daraus Larven entwickeln, die über den Körper in verschiedene Gewebe wandern können. Gelangen solche Larven in das zentrale Nervensystem, können ihre Zysten unter anderem Kopfschmerzen, Krampfanfälle und weitere neurologische Beschwerden auslösen, wobei der Verlauf stark von Zahl, Lage und Entwicklungsstadium der Zysten abhängt.
Bei einer Patientin auf den Philippinen standen ungewöhnliche Wahrnehmungs- und Sprachstörungen im Vordergrund, die auf eine ausgeprägte Funktionsstörung des Gehirns hindeuteten. Der veröffentlichte Fallbericht zeigt, wie eindeutig die Bildgebung eine solche parasitäre Hirninfektion erkennbar machen kann und wie rasch sich die Beschwerden unter Behandlung zurückbilden können.
Forscher der University of Santo Tomas (UST) um Rolter Lorenz M. Lee haben den Fall einer 52-jährigen Frau beschrieben, die seit vier Monaten unter Kopfschmerzen und visuellen Halluzinationen litt. Seit rund einem Monat war zudem ihre Sprache zunehmend unzusammenhängend geworden, und bei der Untersuchung konnte die wache Patientin einfachen Aufforderungen nicht folgen.
Sie sprach zwar flüssig, verwendete jedoch teils falsche Wörter und hatte Probleme, Gegenstände zu benennen oder Gesagtes zu wiederholen. Eine Computertomografie zeigte mehrere über das Gehirn verteilte Veränderungen, während die Messung der Hirnströme epilepsietypische Entladungen im linken hinteren Schläfenbereich ergab und die Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit unauffällig blieb.
Entscheidend waren anschließend Aufnahmen per Magnetresonanztomografie, auf denen sich Zysten in mehreren Hirnregionen erkennen ließen, darunter in Schläfen- und Hinterhauptslappen, Kleinhirn, Stirnlappen und Scheitellappen. Viele dieser Zysten enthielten einen hellen, seitlich liegenden Punkt, bei dem es sich um den Scolex, den Vorderabschnitt einer Bandwurmlarve, handelte.
Dieses charakteristische Bild erlaubte die Diagnose einer parenchymalen Neurozystizerkose, bei der die Zysten im Hirngewebe liegen. Die auffälligen Hirnstromsignale stützten zugleich den Verdacht, dass epileptische Vorgänge an den Beschwerden beteiligt waren, doch aus dem einzelnen Fall lässt sich nicht ableiten, ob die Halluzinationen vollständig durch solche Anfälle erklärt werden können.
Die Ärzte behandelten die Frau mit den antiparasitären Wirkstoffen Praziquantel und Albendazol sowie mit Glukokortikoiden, die entzündliche Reaktionen beim Absterben der Parasiten dämpfen sollen. Zusätzlich erhielt sie Levetiracetam gegen die vermuteten epileptischen Anfälle, sodass die Therapie sowohl gegen die Infektion als auch gegen eine mögliche anfallsbedingte Komponente der Beschwerden gerichtet war.
Einen Monat nach Beginn der Behandlung waren die zuvor beschriebenen Beschwerden abgeklungen, und Kontrollaufnahmen zeigten kleinere Zysten ohne die zuvor sichtbaren Larvenköpfe. Der Verlauf dokumentiert damit die erfolgreiche Behandlung dieses konkreten Falls, erlaubt wegen des Einzelfallcharakters aber keine Aussage darüber, wie häufig Halluzinationen oder vergleichbare Sprachstörungen bei Neurozystizerkose auftreten.
Für eine Zystizerkose ist nicht der Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch mit Larven der entscheidende Infektionsweg, denn dadurch entsteht typischerweise ein erwachsener Bandwurm im Darm. Die Gewebezysten entstehen vielmehr nach dem Verschlucken von Bandwurmeiern, die über menschliche Fäkalien in die Umwelt gelangen und etwa Nahrung oder Wasser verunreinigen könne