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Afrikanische Wildhunde haben bisherigen Wanderrekord deutlich übertroffen
Afrikanische Wildhunde können auf der Suche nach Partnern und einem neuen Revier enorme Entfernungen überwinden. Drei junge Männchen aus Sambia legten nach ihrem Weggang vom Geburtsrudel 4.126 Kilometer zurück und zeigen damit zugleich, dass weite Wanderungen Schutzgebiete verbinden können, erfolgreiche Ansiedlung und Fortpflanzung aber keineswegs garantieren.
Bozeman (U.S.A.). Afrikanische Wildhunde leben in Rudeln, in denen gewöhnlich nur ein dominantes Paar Nachwuchs bekommt, weshalb junge Tiere mitunter ihre Geburtsgruppe verlassen und anderswo Fortpflanzungspartner und ein eigenes Revier suchen. Solche Wanderungen führen sie häufig aus geschützten Gebieten in Landschaften mit Straßen, Siedlungen und Wilderei.
Forscher der Montana State University (MSU) um Prof. Scott Creel haben nun außergewöhnlich lange Wanderungen solcher Tiere ausgewertet. Das Team verfolgte mehrere abwandernde Gruppen in Sambia mit GPS-Halsbändern und rekonstruierte ihre Wege zwischen Nationalparks, Wildschutzgebieten und ungeschützten Regionen.
Den längsten Weg legten drei etwa dreijährige Männchen zurück, die im Juli 2025 ihr Mayukuyuku-Rudel im Kafue-Nationalpark verließen. Sie zogen zunächst ostwärts und dann nach Norden bis in die Nähe der Städte Kitwe und Ndola, bevor sie rund 200 Kilometer auf ihrer eigenen Route zurückkehrten und weiter nach Osten wanderten.
Bis zum 1. April 2026 hatten die drei Brüder insgesamt 4.126 Kilometer zurückgelegt und sich in einem neuen Streifgebiet im Luano Game Management Area, einem Wildschutzgebiet mit geringerem Schutzstatus, im Luangwa-Tal niedergelassen, obwohl die größte Luftlinienentfernung vom Ausgangsgebiet nur 419 Kilometer betrug. Der zurückgelegte Weg übertraf damit die zuvor dokumentierte Rekordwanderung eines Afrikanischen Wildhundes von 3.892 Kilometern.
Wie groß der Unterschied zwischen Bewegung und tatsächlicher Vernetzung ist, zeigt der Vergleich mehrerer Gruppen. Vier in der Studie beschriebene Wanderungen summierten sich auf 9.863 Kilometer, führten aber nur zu wenig genetischer oder demografischer Verbindung zwischen den Populationen. So kamen die Mayukuyuku-Männchen im November 2025 bis auf 14 Kilometer an vier abwandernde Weibchen aus dem South-Luangwa-Nationalpark heran, deren Wege innerhalb von sechs Tagen sogar bis auf 1,6 Kilometer Abstand verliefen, ohne dass sich die Gruppen dauerhaft zusammenschlossen.
Die langen Wege sind zudem mit erheblichen Risiken verbunden, wie das Schicksal von drei Schwestern zeigt, die 2021 aus einem Rudel im South-Luangwa-Nationalpark mehr als 2.300 Kilometer bis nach Mosambik und zurück wanderten. Sie erreichten schließlich das Streifgebiet eines großen Rudels im Lower-Zambezi-Nationalpark, fanden dort aber keine Fortpflanzungsmöglichkeit. Eines der Weibchen starb später in einer Drahtschlinge. Über das Schicksal der beiden anderen ist nichts bekannt.
Auch eine 2025 aus dem Kafue-Nationalpark abgewanderte Weibchengruppe erlitt wahrscheinlich Verluste durch Schlingen. Nach dem Bewegungsmuster der Gruppe vermuten die Forscher, dass zunächst ein nicht besendertes Tier gefangen wurde, während ein besendertes Weibchen später ebenfalls wahrscheinlich in einer Schlinge starb und der Kontakt zum verbliebenen Tier anschließend verloren ging.
Trotz dieser Gefahren zeigen die Beobachtungen, wie beweglich Afrikanische Wildhunde geblieben sind, denn die Forscher dokumentierten Langstreckenbewegungen zwischen sieben Nationalparks in Sambia sowie bis nach Mosambik und in die Nähe weiterer Nachbarländer. Damit können einzelne Tiere weit voneinander entfernte Bestände grundsätzlich miteinander verbinden.
Aus den Bewegungsdaten allein folgt jedoch nicht, dass die Populationen tatsächlich regelmäßig Gene austauschen. Die Autoren formulieren deshalb vorsichtig die Hypothese, dass viele Wildhundbestände im östlichen und südlichen Afrika noch miteinander verbunden sein könnten. Entscheidend sind dabei nicht nur durchgängige Landschaftskorridore, sondern auch die soziale