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Weißstorch oder Beethoven: Europäer reden bei neuen Banknoten mit
Das Design der Euroscheine ist in die Jahre gekommen. Bei der anstehenden Überarbeitung lässt die EZB die Bürgerinnen und Bürger jetzt mitreden. Noch bis Montag kann abgestimmt werden.
Mal aquarellartig mit wenigen Pinselstrichen, mal naturgetreu wie aus einem Biologiebuch, mal abstrakt mit geometrischen Formen: Über insgesamt zehn Designvorschläge für die künftigen Euroscheine können Europäerinnen und Europäer online abstimmen. Noch bis zum kommenden Montag (21. September 2026) läuft die Umfrage.
Bisher haben laut Europäischer Zentralbank rund neun Millionen Menschen teilgenommen. "Bedenkt man, dass im Euroraum rund 359 Millionen Menschen leben, scheint das erstmal wenig", sagt Nils Gerhardt, bei der Zentralbank Experte für Banknoten. Trotzdem sei das im Vergleich zu ähnlichen Umfragen dieser Art ein großer Erfolg.
Beim Start der Umfrage im Juli sagte die Chefin der Zentralbank, Christine Lagarde, bei allen Designvorschlägen gehe es im Kern um zwei große, übergeordnete Themen. Das eine sei die Natur, also Vögel und Flüsse, das andere Europas Kultur, repräsentiert durch europäische Persönlichkeiten.
"Sie sehen auf den Scheinen wichtige Berühmtheiten aus der europäischen Geschichte, zum Beispiel die Wissenschaftlerin Marie Curie auf dem 20-Euro-Schein und den Komponisten Ludwig van Beethoven auf dem 10-Euro-Schein", erklärte sie damals bei der Vorstellung der neuen Banknoten. Auf anderen Scheinen waren für Europa typische Vögel abgebildet, etwa Eisvögel und Weißstörche.
Ein Designentwurf für die neue 5-Euro-Banknote zeigt die Opernsängerin Maria Callas.
Welche Scheine schöner sind, da ist man in der Frankfurter Fußgängerzone geteilter Meinung: Der Frankfurter Straßenbahnfahrer Cem Kabakci würde sich freuen, wenn es etwa die Opernsängerin Maria Callas auf einen Schein schaffen würde: "Ich finde es wichtig, dass wir solche Persönlichkeiten unserer Jugend nahebringen." Auch andere Passanten sind für Scheine "mit Köpfen", weil sie das noch von den D-Mark-Scheinen gewohnt sind.
Die Natur-Motive sprechen ebenfalls etliche Menschen an. Einer von ihnen ist Henry Knauber, der 30-Jährige arbeitet bei der Frankfurter Senckenberggesellschaft als Tiefseebiologe. "Ich finde die Vorschläge mit den Vögeln und Flüssen besser", sagt der Tierliebhaber: "Denn die Vogelarten gibt es wirklich in ganz Europa über alle Ländergrenzen hinweg."
Viele dieser Passanten haben bei der Umfrage bereits mitgemacht. Während manche regelrecht begeistert sind, dass sie bei ihrem künftigen Geld mitreden können, wollen andere die alten Banknoten am liebsten behalten. Dazu zählt Shirley Lauenburger, die als Schaustellerin aus Hannover einen Geldbeutel prall gefüllt mit Scheinen dabeihat. Was derzeit darauf abgebildet ist, weiß sie nicht: "Da muss ich nachsehen", sagt die 20-Jährige und lacht: "Auf den Banknoten sind Fenster und Tore."
Bisher waren auf den Euroscheinen Fenster, Tore und Brücken zu sehen.