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RTX 3050 lässt grüßen: AMDs 4-GB-Version der RX 9050 fällt weit zurück
AMD führt die Radeon RX 9050 mit 4 und 8 GB unter demselben Namen. Ein neuer Test von Hardware Unboxed zeigt nun, wie groß der Unterschied tatsächlich ausfällt: Im Mittel von 18 Spielen liegt die 4-GB-Version in Full HD mit niedrigen Details im Mittel 27 Prozent hinten. Ursache ist nicht allein der halbierte Speicher.
Die Redaktion hatte bereits im August über die ungewöhnliche 4-GB-Version der Radeon RX 9050 berichtet. Anders als die reguläre Variante mit 8 GB ist sie für OEM-Systeme vorgesehen und nicht als normale Retail-Grafikkarte erhältlich. Hardware Unboxed hat nun ein entsprechendes Komplettsystem beschafft und die Karte direkt gegen die RX 9050 mit 8 GB antreten lassen.
Das Ergebnis fällt deutlich aus. Im Mittel von 18 Spielen erreicht die RX 9050 mit 4 GB in Full HD und niedrigen Details 78 FPS, die 8-GB-Version kommt auf 107 FPS. Damit ist die größere Variante 37 Prozent schneller. Auch bei den jeweils niedrigsten getesteten Einstellungen schrumpft der Abstand kaum: 111 FPS stehen 147 FPS gegenüber, was noch immer rund 32 Prozent Vorsprung bedeutet.
Einzelne Spiele reagieren noch empfindlicher. In 007: First Light liegt die RX 9050 mit 8 GB laut Hardware Unboxed 53 Prozent vorn, in Forza Horizon 6 sind es 47 Prozent. Gleichzeitig landet die 4-GB-Version im 18-Spiele-Mittel sogar deutlich hinter Intels Arc B570.
Der große Abstand lässt sich nicht allein damit erklären, dass moderne Spiele mit 4 GB Grafikspeicher zunehmend an Grenzen stoßen. AMD halbiert bei der kleineren RX 9050 zugleich den gesamten Speicherpfad: Statt 128 Bit stehen nur noch 64 Bit zur Verfügung, die Speicherbandbreite sinkt von 288 auf 144 GB/s und der Infinity Cache von 32 auf 16 MB.
Der eigentliche Grafikchip bleibt dagegen unangetastet. Beide Varianten besitzen 16 Compute Units und 1.024 Stream-Prozessoren, takten mit 1.920 MHz im Spiel und bis zu 2.600 MHz im Boost. Auch die typische Board-Leistung beträgt bei beiden 92 Watt; selbst der zusätzliche 8-Pin-Stromanschluss bleibt erhalten.
Damit unterscheidet sich AMDs Vorgehen von einem ähnlichen Fall bei Nvidia. Die GeForce RTX 3050 mit 6 GB erhielt gegenüber der ursprünglichen 8-GB-Version nicht nur weniger Speicher und ein schmaleres Interface, sondern auch weniger CUDA-Kerne, niedrigere Taktraten und eine auf 70 Watt reduzierte Leistungsaufnahme. Dadurch kommt sie ohne zusätzlichen Stromstecker aus. Bei der RX 9050 entsteht der Leistungsunterschied hingegen bei praktisch identischem GPU-Ausbau fast vollständig durch das beschnittene Speichersystem.
Gerade bei Komplett-PCs wird es durch den gleichen Namen damit verzwickt. Wer lediglich eine „Radeon RX 9050“ in der Ausstattungsliste sieht, kann je nach verbauter Variante eine Grafikkarte mit erheblich unterschiedlicher Spieleleistung erhalten. Die 4-GB-Version bleibt zwar auf OEM-Systeme beschränkt, der identische Modellname macht den Unterschied für weniger informierte Käufer aber nicht unmittelbar sichtbar.
Dass 4 und 8 GB hier weit mehr als nur unterschiedliche Speicherkapazitäten bedeuten, zeigen die Messwerte mehr als deutlich deutlich: Trotz identischem Grafikchip und gleicher Leistungsaufnahme trennen beide RX-9050-Varianten im Mittel mehr als ein Drittel Leistung.