// TAGESSCHAU INLAND — CRONACA
Fünf Erkenntnisse aus den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
Was haben die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gebracht? Die Ränder sind stärker, auf die SPD könnte eine Personaldebatte zukommen, die AfD entdeckt einen neuen Feelgood-Sound.
Die Entwicklung vergangener Wahlen setzt sich fort: Zugewinne gibt es vor allem an den Rändern bei AfD und Linken. Die Mitte-Parteien verlieren dagegen.
Die AfD kann dabei wie schon in Sachsen-Anhalt stark unter Nichtwählern mobilisieren, sie gewinnt aber beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern laut vorläufigen Daten von infratest dimap auch fast 50.000 ehemalige SPD-Wähler sowie rund 30.000 frühere Unionsanhänger.
Auch die Linke zieht in Berlin bisherige Nichtwähler in die Wahllokale. Sie holt sich aber auch rund 53.000 frühere Grünen-Wähler und etwa 37.000 Stimmen aus dem SPD-Lager.
Das alles macht Koalitionsbildungen schwieriger. Bündnisse mit der AfD schließen alle anderen aus. Die Linke in Berlin wird vom möglichen Juniorpartner SPD sehr kritisch gesehen. Die Brücken, die gebaut werden müssen, werden immer länger und instabiler.
Die Ränder gewinnen, aber ob sie nach diesem Herbst irgendwo regieren und zum Beispiel den Bundesrat mitprägen, ist fraglich. Der AfD fehlen in Sachsen-Anhalt bislang Stimmen. Die Linke in Berlin nimmt den Auftrag zur Regierungsbildung zwar an, hat aber in den eigenen Reihen jede Menge junge Neumitglieder, die keine Kompromisse und keine Regierungsverantwortung wollen.
Grafiken
21.09.2026
Welche Rolle sollte Die Linke nach Ansicht der Berlinerinnen und Berliner künftig in der Stadt spielen?
mehr
Sie hat zwar nicht auf den letzten Metern die AfD überholt, aber mit ihr muss sich die SPD im Nordosten nur knapp geschlagen geben. Manuela Schwesig hat eine Aufholjagd hingelegt - mit einem Wahlkampf, der komplett auf sie fokussiert war. Gespickt mit heftiger Kritik an der Politik der Bundesregierung.
Wer hat nun die Macht in der SPD? Die beiden Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas sind angeschlagen, zerreiben sich in ihrer Doppelrolle aus Partei- und Regierungsamt. Schwesig macht am Wahlabend im ARD-Interview dort weiter, wo sie schon im Wahlkampf das Problem ihrer Partei vermutet hatte: Die Bundesregierung müsse sich "selbstkritisch fragen, ob sie mit allen Themen richtig liegt".