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RAM-Preise: Samsung, SK Hynix und Micron wegen illegaler Preisabsprachen verklagt
Die größten Speicher-Produzenten sollen den Markt künstlich verknappen. Eine US-Sammelklage wirft ihnen vor, PC- und Konsolen-Spieler systematisch abzukassieren.
Samsung, SK Hynix und Micron – die drei weltweit größten Hersteller von RAM und schnellem Speicher – sehen sich mit einer Sammelklage konfrontiert. Der Vorwurf lautet im Wesentlichen, dass alle drei an Preisabsprachen beteiligt sind und das Angebot absichtlich verknappen, um die Preise künstlich in astronomische Höhen zu treiben.
Konkret wird den Unternehmen vorgeworfen, das Angebot an DDR3- und DDR4-RAM bewusst eingeschränkt zu haben, während sie ihren Fokus auf HBM-RAM verlagerten. Erstere kommen klassischerweise in der Unterhaltungselektronik wie PCs und Konsolen zum Einsatz, während Letzterer hauptsächlich für KI-Rechenzentren konzipiert ist.
Die Klage, die am 25. Juni 2026 vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht wurde, entdeckte Law360 (via VGC). Laut der Klageschrift baden die Verbraucher diesen vermeintlichen Engpass aus: Sie müssen überhöhte Preise für Geräte mit DRAM-Speicher zahlen, was die Gewinne der Tech-Riesen nur noch weiter in die Höhe treibt.
Der Kern der Argumentation: In einem funktionierenden Wettbewerb würden höhere Preise andere Unternehmen anlocken, die die Nachfrage bedienen und so für mehr Angebot sorgen. Das ist hier jedoch nicht passiert. Erschwerend kommt hinzu, dass das Trio fast den gesamten Markt kontrolliert. Ein Newcomer wird ihnen so schnell wohl kaum gefährlich werden – dafür sind die finanziellen Hürden und der Zeitaufwand für den Bau solch moderner Fertigungsanlagen einfach viel zu extrem.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich SK Hynix und Samsung mit solchen Vorwürfen konfrontiert sehen. Bereits im Jahr 2005 bekannten sich beide Unternehmen der Preisabsprachen bei DRAM-Speichern für schuldig. Das US-Justizministerium verdonnerte SK Hynix zu einer Strafe von 185 Millionen Dollar, während Samsung sogar 300 Millionen Dollar blechen musste. Samsungs Bußgeld war damals die zweithöchste strafrechtliche Kartellstrafe in der Geschichte der USA. Micron, das einzige US-Unternehmen im Bunde, kam ohne Strafe davon – angeblich, weil sie der Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen halfen. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, solltet ihr euch unbedingt die hervorragende Dokumentation von Gamers Nexus anschauen.
Die aktuelle Sammelklage verweist sowohl auf dieses Urteil als auch auf eine jüngere Untersuchung der chinesischen Regierung. Diese beschuldigte alle drei Hersteller ähnlicher Machenschaften im Zeitraum von 2016 bis 2018. Damals schossen die RAM-Preise ebenfalls drastisch in die Höhe – wenn auch längst nicht so extrem wie heute.
Die explodierenden Kosten für RAM und schnellen Speicher (SSD) treffen mittlerweile fast jeden Hersteller von Unterhaltungselektronik. Vom Hobby-Entwickler kleiner Retro-Konsolen bis hin zu Tech-Giganten wie Apple mussten in den vergangenen Monaten alle die Preise anziehen. Auch Xbox, PlayStation und Nintendo haben die Preise für ihre Konsolen bereits mehrfach nach oben geschraubt – und das dürfte noch nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein.
Trotz der unverschämten Preise sind die Lagerbestände extrem dünn. Das macht es Herstellern verdammt schwer, überhaupt genug Geräte für diejenigen zu produzieren, die das nötige Kleingeld haben. Valve musste diese schmerzhafte Erfahrung im Vorfeld des jüngsten Steam Machine-Launches machen: Das Unternehmen gab offen zu, dass die Konsole deutlich teurer geworden ist als ursprünglich geplant – und vorerst nicht einmal in ausreichender Stückzahl bereitsteht, um die Nachfrage zu bedienen.