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Spirituosen-Hersteller Berentzen vor Übernahme durch US-Konzern
Berentzen soll in die Vereinigten Staaten verkauft werden. Der US-Konzern Sazerac hat ein Übernahmeangebot angekündigt - das von dem Schnapsproduzenten aus dem Emsland unterstützt wird.
Der niedersächsische Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen steht kurz vor der Übernahme durch den auf Whiskey spezialisierten US-Konkurrenten Sazerac. Mit dem Branchenriesen sei eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss unterzeichnet worden, teilte Berentzen heute mit.
Sazerac wolle ein öffentliches Übernahmeangebot von 5,55 Euro je Aktie für alle Aktien der Berentzen-Gruppe abgeben. Das Angebot unterliege einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus eine Aktie. Die Transaktion werde voraussichtlich im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Insgesamt bietet der US-Konzern damit 53,3 Millionen Euro für die Firma mit Sitz in Haselünne im Emsland.
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Nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots ging es für die Aktie deutlich nach oben: Zu Handelsbeginn in Frankfurt sprangen die Papiere um 22 Prozent auf 5,56 Euro. Berentzen war zuletzt an der Börse rund 35 Millionen Euro wert. Die Aktien sind fast alle im Streubesitz.
Das Unternehmen ist für Berentzen Apfelkorn und Puschkin Vodka bekannt, stellt aber auch Spirituosen her wie Doornkaat und Bommerlunder sowie alkoholfreie Getränke wie Mio Mio und in Lizenz Sinalco.
Das Berentzen-Management sprach sich für das Angebot aus; die Vorstände Oliver Schwegmann und Ralf Brühöfner sprachen von einer hervorragenden Chance. Der angebotene Preis entspreche einem Niveau, das seit mehr als zwei Jahren nicht mehr erreicht worden sei - und liege um 68 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate.
Berentzen hatte zuletzt mit einer schwachen Nachfrage nach Hochprozentigem zu kämpfen. Nach dem ersten Halbjahr wurden die Jahresziele nach unten geschraubt. Der Halbjahresumsatz schrumpfte um gut elf Prozent auf 71 Millionen Euro, der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern sackte um mehr als 80 Prozent auf nur noch rund 600.000 Euro ab. Für das Unternehmen arbeiteten zuletzt rund 430 Beschäftigte.
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Der US-Getränkehersteller Sazerac vertreibt unter anderem Marken wie Southern Comfort und Buffalo Trace. "Wir schätzen die lange und traditionsreiche Geschichte der Berentzen-Gruppe auf dem deutschen Markt sehr", sagte Sazerac-Chef Jake Wenz. Er sprach von einer starken Marktpräsenz - "und es ist uns sehr wichtig, dies auch in Zukunft fortzuführen". Wenz betonte, dass Berentzen vom Zusammenschluss und den Sazerac-Marken, die künftig ebenfalls vom deutschen Team produziert und vertrieben werden sollten, profitieren werde.