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Sylvester Stallone lehnte Donald Trumps »Sonderbotschafter«-Idee ab, der benannte ihn trotzdem
Trump und Stallone (in Mar-a-Lago im November 2024): Zwei Männer, Jahrgang 1946
Nach der Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten besuchte Sylvester Stallone im November 2024 eine Siegesparty in Mar-a-Lago. Der Schauspieler bezeichnete den Politiker als »zweiten George Washington« und als »wirklich mythische Figur«. Man konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass die beiden heute 80-Jährigen eine Freundschaft verbindet.
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Einige Wochen später schrieb Donald Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social, er habe drei Schauspielveteranen zu seinen »Sonderbotschaftern« in Hollywood ernannt: Jon Voight, Mel Gibson – und Sylvester Stallone. »Diese drei sehr talentierten Personen werden meine Augen und Ohren sein«, schrieb Trump. Die »Sondergesandten« würden ihm dabei helfen, Hollywood »wieder größer, besser und stärker zu machen, als es jemals zuvor war«, hieß es weiter (im Original in Großbuchstaben).
Die Verleiher des Schmähpreises »Goldene Himbeere« – auf Englisch auch kurz »Razzies« genannt – frohlockten: »Der Klassiker. Ein Haufen von Razzie-Gewinnern will Hollywood retten!«
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Doch Sylvester Stallone, 2000 bei den Razzies zum »schlechtesten Schauspieler des Jahrhunderts« ernannt, hatte gar keine Ambitionen, Hollywood zu retten. Mehr noch: Er hielt es für eine schlechte Idee. So stellte es Stallone jetzt jedenfalls in einem Interview mit dem »Sunday Times Magazine« aus England dar: »Hollywood ist wie ein Feudalstaat. Dort gibt es kleine Königreiche. Man kann nicht einfach hingehen und sechs Studios sagen, wie sie ihre Arbeit zu machen haben.« Außerdem seien Gibson, Voight und er selbst »eher Leute, die ihr eigenes Ding machen. Nein, das wird nicht funktionieren«.
Stallone und Trump 1997 bei einer Benefizveranstaltung: »Das ist nicht möglich«
All das habe er auch Donald Trump erklärt, als dieser ihn angesprochen habe: »Ja, und ich habe mich bedankt und ›Ciao‹ gesagt, denn es ist unmöglich.« Hollywood werde sich von selbst weiterentwickeln, die Geschäftsleute dort würden nichts von ihm über Finanzen hören wollen. Dass Trump ihn dennoch zum »Sondergesandten« ernannt habe, will Stallone aus dem Fernsehen erfahren haben: »Und ich dachte: ›Was?‹ Ich sagte: ›Wie bitte? Im Ernst?‹ Denn wenn man mich von Anfang an gefragt hätte, hätte ich gesagt: Das ist nicht möglich.«
Auch Mel Gibson hatte sich bereits kurz nach seiner »Ernennung« überrascht geäußert. Der Einzige aus dem Trio, der seinen »Job« ernst nimmt, ist offenbar Jon Voight. Der langjährige Unterstützer der Republikaner hatte dem Branchenblatt »Hollywood Reporter« Anfang des Monats erzählt, er nutze seinen Status, um für Steuervergünstigungen für Film und Fernsehen zu werben. Nach seinen vermeintlichen Mitstreitern Gibson und Stallone gefragt, hatte Jon Voight gesagt: »Sie waren sehr beschäftigt, beide waren tatsächlich extrem beschäftigt.«