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Steam-Machine-Aufkleber im Portal-Look gescheitert - Valve hatte keine Erlaubnis gegeben
Erst verkaufen, dann fragen: Der Zubehör-Hersteller kassiert eine juristische Quittung von Valve und muss Vorbestellungen der Companion-Cube-Folie stoppen.
Dbrand, ein für Handyhüllen und Vinyl-Folien für elektronische Geräte bekanntes Unternehmen, wird die für die Steam Machine angekündigte „Companion Cube“-Folie nicht ausliefern. Erste Konzeptgrafiken für das Projekt wurden kurz nach der Enthüllung der Steam Machine im November letzten Jahres in den sozialen Medien veröffentlicht, doch die Vorbestellungen starteten erst am 22. Juni.
Das Design basiert auf dem „Weighted Companion Cube“ aus der Portal-Reihe; daher hätte man annehmen können, dass Dbrand die entsprechenden Rechte von Valve lizenziert hatte, bevor das Projekt in Angriff genommen wurde. Wie das Unternehmen jedoch in einem Reddit-Beitrag mitteilte, war dies nicht der Fall. Infolgedessen wird der Companion Cube nicht ausgeliefert, und alle Vorbesteller erhalten den vollen Kaufpreis zurück.
„Wie ihr wahrscheinlich bemerkt habt, wurde der ‚Steam Machine Companion Cube‘ letzte Woche von unserer Website, YouTube und anderen Social-Media-Plattformen entfernt“, erklärte Dbrand. „Kurz gesagt: Wir haben den Companion Cube ohne Lizenz von Valve hergestellt.“
Der Reddit-Beitrag erinnert an die Begeisterung für das ursprüngliche Konzept, das laut Dbrand „mäßig viral ging, wobei sich am ersten Tag über 15.000 Personen für eine Benachrichtigung anmeldeten“.
„In den darauffolgenden Monaten verwandelten wir die Idee in etwas Reales, ohne Valve jemals um Erlaubnis zu fragen“, fuhr das Unternehmen fort. „Diese Entscheidung werden wir noch sehr lange bereuen.“
Es dürfte Sie kaum überraschen, dass Valve damit nicht einverstanden war. Die Rechtsabteilung des Unternehmens kontaktierte Dbrand und forderte die sofortige Einstellung des Produkts sowie die Entfernung sämtlicher Werbematerialien. Dbrand kam dieser Aufforderung nach, versuchte jedoch, Einspruch zu erheben, und erkundigte sich bei Valve, ob es eine Möglichkeit gäbe, das Projekt fortzuführen. Dbrand bat sogar um den Erwerb einer Lizenz, doch Valve lehnte dies erneut ab.
„Angesichts unserer verkehrten Vorgehensweise – erst bauen und später um Erlaubnis fragen – war das eine faire Antwort“, räumte das Unternehmen ein.
Auch wenn es nicht ganz dasselbe ist wie eine vollständige Verkleidung der Konsole, hat Valve versprochen, Designdaten für die magnetisch befestigte Frontplatte der Steam Machine bereitzustellen, sodass jeder mit einem 3D-Drucker eine eigene anfertigen kann.
Dies ist bei Weitem nicht der einzige öffentliche Fehltritt von Dbrand; tatsächlich kommen solche Vorfälle so häufig vor, dass es auf der Wikipedia-Seite des Unternehmens sogar einen eigenen Abschnitt für „Kontroversen“ gibt. Am ehesten dürfte Dbrand jedoch wegen des Vorfalls mit den PS5-Frontblenden in Erinnerung geblieben sein: Im Jahr 2021 forderte das Unternehmen Sony öffentlich dazu auf, es wegen der Herstellung individueller Ersatz-Frontblenden für die PS5 zu verklagen. Das Design von Dbrand setzte dabei auf eine – wie das Unternehmen es nannte – „vertraute, aber rechtlich eigenständige, apokalyptische Interpretation der klassischen PlayStation-Symbolformen“. Sony reagierte darauf jedoch alles andere als erfreut, drohte mit einer Klage und zwang Dbrand dazu, das Produkt – einmal mehr – aus dem Verkauf zu nehmen.